BofA: Kasachischer Tenge um bis zu 1,5 Prozent überbewertet
Die Bank of America warnt vor saisonalen Risiken für den Tenge – trotz aktueller Unterstützung durch hohe Ölpreise.

Die Bank of America (BofA) sieht den kasachischen Tenge derzeit um 1 bis 1,5 Prozent überbewertet. Als Hauptgründe nennt die US-Großbank saisonale Faktoren sowie eine straffere Geld- und Fiskalpolitik – und das trotz der aktuellen Unterstützung durch hohe Ölpreise.
Die kurzfristige Stützung der kasachischen Währung könnte zwar noch eine Weile anhalten, dürfte jedoch in den nächsten zwei bis drei Monaten nachlassen. Die BofA begründet dies mit einer erwarteten Umkehrung der Saisonalität. Besonders kritisch wäre ein Szenario, in dem die Währungen der Schwellenländer erneut unter Druck geraten – dann könnte der Tenge deutlich schwächeln.
Bereits in einem Bericht vom 7. April 2026 hatte die Bank of America festgestellt, dass sich der Tenge in einer günstigen Position befinde. Diese Einschätzung hat sich seither nicht grundlegend verändert, wird aber nun mit einem klaren Warnhinweis auf die Sommermonate versehen.
Längerfristiger Ausblick bleibt konstruktiv
Trotz der kurzfristigen Risiken bewertet die Bank of America den längerfristigen Ausblick für den Tenge als konstruktiv. Dafür sprechen laut der Bank mehrere Faktoren:
- Ein sich normalisierendes Wachstum und eine sich normalisierende Inflation
- Das Ende der säkularen Tenge-Liquiditätszuflüsse aus dem Nationalen Ölfonds und aus Goldkäufen
- Wahrscheinlich robuste Zuflüsse in die lokalen Märkte
Diese Kombination aus strukturellen Verbesserungen und stabilen Kapitalzuflüssen stützt die Währung mittelfristig – auch wenn die kommenden Sommermonate eine Belastungsprobe darstellen könnten.
Erste Zinssenkung für Juli erwartet
Ein weiterer wichtiger Aspekt der BofA-Analyse betrifft die Zinspolitik der kasachischen Zentralbank. Die Bank of America erwartet die erste Zinssenkung am 24. Juli 2026. Historisch gesehen liegt der beste Einstiegszeitpunkt für einen sogenannten Receiver- oder Long-Bond-Trade in der Regel etwa zwei Monate vor der ersten Zinssenkung.
Angesichts der negativen Saisonalität im Sommer empfiehlt die BofA jedoch Vorsicht. Es könnte eine bessere Strategie sein, das Ende dieser schwachen Phase abzuwarten – insbesondere dann, wenn das Risiko in den Schwellenländern nicht ausreichend abgesichert ist.
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Zur AktienanalyseAnleihen-Trade erfordert längeren Anlagehorizont
Für Investoren, die auf kasachische Anleihen setzen möchten, gibt die Bank of America eine klare Empfehlung: Angesichts der sich verbessernden, aber weiterhin herausfordernden Liquidität am Anleihenmarkt sei es ratsam, den Anleihen-Trade mindestens sechs Monate lang zu halten. Nur so lasse sich eine Outperformance gegenüber dem Non-Deliverable-Forward-Handel (NDF) sicherstellen.
Der kasachische Tenge ist eng an die Entwicklung des Ölpreises gekoppelt, da Kasachstan zu den bedeutenden Ölexporteuren der Welt zählt. Schwankungen am globalen Energiemarkt sowie die allgemeine Risikobereitschaft der Investoren gegenüber Schwellenländern spielen daher eine zentrale Rolle für die Währungsstabilität des Landes.


