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BofA: KI steigert Produktivität kaum auf gesamtwirtschaftlicher Ebene

Trotz breiter Unternehmenseinführung hebt KI die makroökonomische Produktivität bislang nur um rund 0,1 Prozent pro Jahr.

BofA: KI steigert Produktivität kaum auf gesamtwirtschaftlicher Ebene

Künstliche Intelligenz entfaltet ihre Wirkung bislang vor allem in einzelnen Arbeitsabläufen – nicht in der Gesamtwirtschaft. Das zeigt ein am Freitag veröffentlichter Forschungsbericht von BofA Global Research. Demnach steigert die KI-Integration die makroökonomische Produktivität derzeit lediglich um etwa 0,1 Prozent pro Jahr.

Die Analysten von BofA Securities stellen fest, dass die Technologie zwar bei hochspezifischen und klar definierten Unternehmensaufgaben deutliche Produktivitätsgewinne erzielt. Diese lokalen Effizienzsteigerungen müssen jedoch erst noch in der breiteren Binnenwirtschaft ankommen. Der Weg von der Einzelaufgabe zur gesamtwirtschaftlichen Wirkung erweist sich als länger als erhofft.

Drei Bremsklötze für die KI-Produktivität

Als Hauptursachen für die langsame makroökonomische Umsetzung nennen die BofA-Ökonomen drei konkrete Faktoren: verzögerte Einführungszeitpläne in Unternehmen, anhaltende Qualifikationslücken in der Belegschaft sowie institutionelle und organisatorische Beschränkungen. Diese Kombination aus technischen, personellen und strukturellen Hürden bremst die kurzfristige Gesamtwirkung von KI spürbar.

Für deutsche Unternehmen und Anleger ist dieser Befund besonders relevant. Auch hierzulande investieren Konzerne und Mittelstand massiv in KI-Lösungen – doch die Transformation ganzer Wertschöpfungsketten braucht Zeit. Fachkräftemangel und träge Unternehmensstrukturen sind dabei keine rein amerikanischen Phänomene.

Langfristig bis zu 1,0 Prozent Produktivitätswachstum möglich

Langfristig zeichnet BofA jedoch ein deutlich optimistischeres Bild. Die strukturellen Auswirkungen könnten um den Faktor zehn steigen, wenn KI-Modelle weiterentwickelt und breiter ausgebaut werden. Konkret prognostizieren die Ökonomen, dass die makroökonomischen Produktivitätsgewinne im nächsten Jahrzehnt auf bis zu 1,0 Prozent pro Jahr anwachsen könnten.

Voraussetzung dafür ist, dass KI ihre Aufgabenbereiche erfolgreich erweitert, tiefer in verschiedene Industriezweige vordringt und niedrigere Kostenschwellen erreicht. In diesem optimistischen Basisszenario könnte die beschleunigte Effizienz das langfristige weltweite BIP-Wachstum auf eine annualisierte Rate von bis zu 4,5 Prozent heben – ein erheblicher Sprung gegenüber dem aktuellen Wachstumsniveau.

US-Konjunktur und Fed im Blick

Parallel zu den KI-Erkenntnissen hält das BofA-Tracking für das US-BIP im zweiten Quartal stabil bei einer saisonbereinigten annualisierten Rate von 2,6 Prozent im Quartalsvergleich. Dieser Wert blieb nach Veröffentlichung der jüngsten Daten zu den Wohnungsbaubeginnen im April unverändert. Die Tracking-Berechnung aggregiert dabei mechanisch Hochfrequenzdaten, um sie mit offiziellen staatlichen Kennzahlen abzugleichen.

Am selben Tag äußerte sich Christopher Waller, Mitglied des Gouverneursrats der Federal Reserve, öffentlich zu den inländischen Wirtschaftsaussichten. Zeitgleich fand die offizielle Vereidigung von Kevin Warsh als neuem Vorsitzenden der Federal Reserve statt. Zudem übertraf das endgültige Verbrauchervertrauen der Universität Michigan für Mai mit einem Wert von 48,2 leicht die Konsenserwartungen, die einen Rückgang auf 48,0 prognostiziert hatten.

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