BofA-Stratege sieht China als Top-Investment im globalen Bullenmarkt
Michael Hartnett von der Bank of America empfiehlt China als attraktivste Long-Position im aufkommenden globalen Aktien-Bullenmarkt. Der Strategiewechsel von US-Exzeptionalismus zu internationalen Engagements treibt massive Kapitalströme an.

Michael Hartnett, renommierter Stratege bei der Bank of America, identifiziert China als die vielversprechendste Long-Position im sich entwickelnden globalen Aktien-Bullenmarkt. In seinem jüngsten "Flow Show"-Bericht beschreibt er die aktuelle Marktphase als "neue Weltordnung = neuer Welt-Bulle" und sieht einen fundamentalen Wandel in der Anlegerpositionierung.
Strategiewechsel weg vom US-Exzeptionalismus
Hartnett argumentiert, dass globale fiskalische Exzesse und veränderte politische Dynamiken einen Paradigmenwechsel in der Aktienmarktführung vorantreiben. "Bleiben Sie bei internationalen Aktien long positioniert, da sich die Positionen des US-amerikanischen Exzeptionalismus hin zu einer globalen Neuausrichtung verlagern", empfiehlt der Stratege. China profitiere dabei vom Ende der Deflation, ein Katalysator, der bereits Bullenmärkte in Japan und Europa befeuert habe.
Massive Kapitalströme in Aktienmärkte
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In der Woche bis zum 14. Januar flossen 71,1 Milliarden US-Dollar in globale Aktienfonds, während Anleger gleichzeitig 62,1 Milliarden Dollar aus Barmitteln abzogen. Diese Bewegung unterstreicht die klare Rückkehr zu Risikoanlagen. US-Aktien führten mit Zuflüssen von 36,5 Milliarden Dollar, doch auch Schwellenländer verzeichneten zum zwölften Mal in Folge starke Zuflüsse von 16,8 Milliarden Dollar.
China verzeichnet Rekord-Zuflüsse
Besonders bemerkenswert: Allein China zog 8,5 Milliarden Dollar an – der zehntgrößte wöchentliche Zufluss seit Beginn der EPFR-Datenaufzeichnungen im Jahr 2002. Die Sektorzuflüsse zeigen eine erneute Nachfrage nach zyklischen Werten. Der Technologiesektor nahm nach drei Wochen mit Abflüssen wieder 5,4 Milliarden Dollar auf, während der Finanzsektor seinen größten Zufluss seit Oktober verzeichnete.
Warnung vor überhitzter Positionierung
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Zur AktienanalyseTrotz des optimistischen Ausblicks warnt Hartnett vor einer überdehnten Anlegerpositionierung. Der BofA Bull & Bear Indicator stieg von 9,0 auf 9,3 und erreichte damit den höchsten Stand seit Februar 2018. Die Barmittelquoten der Vermögensverwalter sind auf ein Rekordtief von 3,3 Prozent gesunken. Historisch betrachtet waren die Dreimonatsrenditen für globale Aktien unverändert und für den S&P 500 sogar negativ, wenn der Indikator 9,3 überschritt.
Divergierende Entwicklungen an Kreditmärkten
An den Kreditmärkten zeigt sich ein differenziertes Bild: Schuldtitel der Schwellenländer verzeichneten Abflüsse von 2,2 Milliarden Dollar – der größte Abzug innerhalb von zwei Wochen seit Mai 2022. Gleichzeitig verbuchten Bankkredite Zuflüsse von 1,4 Milliarden Dollar, die höchsten seit Juli. Diese Verschiebungen spiegeln die selektive Risikobereitschaft der Investoren wider.

