BofA-Umfrage: Anlegeroptimismus auf Höchststand seit 2021
Investoren zeigen sich so optimistisch wie seit fast fünf Jahren nicht mehr. Gleichzeitig sind Absicherungen gegen Marktkorrekturen auf ein Siebenjahrestief gefallen, wie die aktuelle Bank of America Fondsmanager-Umfrage zeigt.

Investoren weltweit sind derzeit so bullish eingestellt wie seit Dezember 2021 nicht mehr. Das zeigt die jüngste globale Fondsmanager-Umfrage der Bank of America (BofA). Der hauseigene Bull & Bear Indikator ist auf einen "Hyper-Bull"-Wert von 9,4 geklettert – ein Niveau, bei dem die Bank traditionell zum Aufbau von Absicherungen rät.
Rekordtiefe Absicherungsquote alarmiert Analysten
Besonders auffällig: Netto 48 Prozent der befragten Fondsmanager geben an, keinerlei Absicherung gegen einen starken Aktienmarkt-Rückgang zu besitzen. Das ist der höchste Wert seit acht Jahren. Parallel dazu sind die Barbestände auf ein Rekordtief von nur noch 3,2 Prozent gesunken. Dies deutet auf eine nahezu vollständige Investition der verfügbaren Mittel hin.
Die Positionierung der Investoren unterstreicht den Optimismus: 48 Prozent übergewichten Aktien so stark wie seit Dezember 2024 nicht mehr. Gleichzeitig werden Anleihen so deutlich untergewichtet wie zuletzt im September 2022. Auch Rohstoffe stehen hoch im Kurs – die Netto-Übergewichtung von 26 Prozent markiert den höchsten Stand seit Juni 2022.
Konjunkturerwartungen auf Dreijahreshoch
Die makroökonomischen Aussichten haben sich in den Augen der Fondsmanager deutlich aufgehellt. Netto 38 Prozent der Befragten erwarten eine stärkere Weltwirtschaft – der optimistischste Wert seit Juli 2021. Die Rezessionserwartungen sind auf lediglich 9 Prozent gefallen, den niedrigsten Stand seit Januar 2022.
Bei den Gewinnerwartungen zeigt sich ein ähnliches Bild: 44 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verbesserung der globalen Unternehmensgewinne in den kommenden zwölf Monaten. Auch dies ist der stärkste Wert seit Mitte 2021.
Gold verdrängt Tech-Giganten als beliebtesten Trade
Interessant ist die Verschiebung bei den bevorzugten Investments: Gold hat sich mit 51 Prozent Zustimmung zum beliebtesten Trade entwickelt und damit die zuvor dominierenden "Magnificent 7" Tech-Aktien abgelöst. Dies könnte auf ein gestiegenes Absicherungsbedürfnis trotz des allgemeinen Optimismus hindeuten.
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Zur AktienanalyseGeopolitik und KI-Blase als größte Risiken
Trotz der positiven Grundstimmung benennen die Fondsmanager klare Risiken: Geopolitische Konflikte führen die Liste der Extremrisiken mit 28 Prozent an, gefolgt von einer möglichen KI-Blase (27 Prozent) und einem ungeordneten Anstieg der Anleiherenditen (19 Prozent).
Die konträrsten Positionierungen zeigen sich bei Cash und Anleihen gegenüber Rohstoffen und Aktien. Zudem bevorzugen Investoren Investment-Grade-Anleihen gegenüber Hochzinsanleihen, Basiskonsumgüter gegenüber Banken, Energie gegenüber Pharmazeutika sowie britische Aktien gegenüber Schwellenländern.


