BofA-Umfrage: Globale Investoren so optimistisch wie seit Februar nicht
Die Anlegerstimmung erreicht den höchsten Stand seit Februar – getrieben von KI-Optimismus, Wachstumshoffnungen und Zinssenkungserwartungen.

Die globale Anlegerstimmung hat laut der jüngsten Global Fund Manager Survey der Bank of America (BofA) den höchsten Stand seit Februar erreicht. Fondsmanager weltweit blicken zunehmend optimistischer auf die Wirtschaftsaussichten, die Ausgaben im Bereich künstlicher Intelligenz sowie die Erwartung einer lockereren Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Die monatliche Umfrage gilt als einer der meistbeachteten Stimmungsindikatoren der globalen Finanzbranche.
Besonders auffällig: Die Cash-Quoten der befragten Fondsmanager fielen von 4,1% im Juni auf ein „extrem niedriges" Niveau von 3,6%. Dieser Wert löste das sogenannte konträre Verkaufssignal der BofA aus – ein Warnsignal, das darauf hindeutet, dass Anleger möglicherweise zu stark investiert sind und kaum noch Pulver trocken halten. Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 2. bis 9. Juli durchgeführt, nach einem vorläufigen Abkommen zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und dem Iran und weitgehend vor der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten.
Rekordoptimismus beim „No Landing"-Szenario
Ein besonders markantes Ergebnis der Umfrage: Ein Rekordwert von 54% der befragten Fondsmanager erwartet ein sogenanntes „No Landing"-Szenario für die Weltwirtschaft. Dieses Szenario beschreibt eine Situation, in der die Wirtschaft trotz hoher Zinsen weder in eine Rezession abgleitet noch stark abkühlt, sondern robust weiterwächst. Lediglich 2% der Befragten rechnen mit einer harten Landung – also einem deutlichen wirtschaftlichen Einbruch.
Parallel dazu hoben die Anleger ihre Allokationen in US-Aktien auf die höchste Übergewichtung seit Dezember 2024 an. Dies unterstreicht das wiedererwachte Vertrauen in den amerikanischen Aktienmarkt, der in den vergangenen Monaten von geopolitischen Unsicherheiten und Zinssorgen belastet worden war.
KI-Aktien dominieren – aber Blasenrisiko wächst
Long-Positionen in globalen Halbleiteraktien blieben den dritten Monat in Folge der meistgehandelte Trade am Markt – 82% der Anleger nannten diesen als den „most crowded trade". Gleichzeitig gab kein einziger Befragter an, im Technologiesektor short positioniert zu sein. Das zeigt, wie einseitig die Positionierung in diesem Bereich inzwischen ist.
Doch der Optimismus hat eine Kehrseite: Die Risiken einer KI-Blase kletterten auf den ersten Platz der größten sogenannten „Tail Risks" – also extremer, aber möglicher Marktrisiken. 45% der Befragten verwiesen darauf. Zudem halten 61% der Umfrageteilnehmer es für unwahrscheinlich, dass sogenannte Hyperscaler – also große Cloud- und KI-Infrastrukturanbieter wie Amazon, Microsoft oder Google – ihre Investitionsausgaben in diesem Jahr kürzen werden. Lediglich 28% erwarten Reduzierungen.
Fed-Erwartungen und Ölpreisprognose
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Zur AktienanalyseBeim Thema Geldpolitik zeigt sich die Mehrheit der Anleger gelassen: 83% erwarten nicht, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen vor den US-Zwischenwahlen im November anheben wird. Diese Erwartung einer anhaltend lockeren oder zumindest stabilen Geldpolitik dürfte maßgeblich zur positiven Stimmung beigetragen haben.
Einen deutlichen Rückgang verzeichnete hingegen die Ölpreisprognose der Befragten. Die Anleger senkten ihre Erwartung für den Ölpreis Ende 2026 von 86 US-Dollar pro Barrel im Juni auf nunmehr 71 US-Dollar – ein Rückgang von rund 17%, der auf veränderte Einschätzungen zur globalen Nachfrage und geopolitischen Lage hindeutet.
Die BofA Global Fund Manager Survey gilt als wichtiger Gradmesser für die Stimmung institutioneller Investoren weltweit. Die Ergebnisse werden von Marktteilnehmern und Analysten regelmäßig als Kontraindikator genutzt: Extreme Euphorie kann auf überhitzte Märkte hinweisen, während übermäßige Pessimismus oft Kaufgelegenheiten signalisiert. Das aktuelle Bild – hoher Optimismus, niedrige Cash-Quoten und ein ausgelöstes Verkaufssignal – mahnt daher zur Vorsicht, auch wenn die Grundstimmung positiv bleibt.


