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Börsenbeginn: Inflation, Iran-Krieg und Supermicro im Fokus

Futures fallen, Inflationsdaten auf Dreijahreshoch erwartet – der Nahe Osten und KI-Kapitalmaßnahmen bewegen die Märkte.

Börsenbeginn: Inflation, Iran-Krieg und Supermicro im Fokus

Die US-Aktienmärkte starten mit deutlichen Verlusten in den Mittwoch. Futures auf den S&P 500 fallen um 1%, der Nasdaq verliert vorbörslich 1,6%, und der Dow Jones gibt 0,9% nach. Der iShares Semiconductor ETF (SOXX) bricht sogar um 3% ein. Anleger reagieren auf eine Kombination aus geopolitischen Spannungen, erwarteten Inflationsdaten und einer Kapitalmaßnahme von Super Micro Computer.

Im Mittelpunkt des Marktgeschehens steht der eskalierende Konflikt im Nahen Osten. Die USA machten den Iran für den Absturz eines amerikanischen Militärhubschraubers verantwortlich und reagierten mit Angriffen. Der Iran seinerseits beschoss daraufhin weitere Länder in der Region. Die Eskalation treibt die Ölpreise nach oben: WTI-Rohöl-Futures steigen um 2% auf 90 US-Dollar pro Barrel. Gold-Futures hingegen fallen um 2,5% auf 4.175 US-Dollar – den niedrigsten Stand seit November des Vorjahres. Bitcoin notiert knapp unter 61.000 US-Dollar, nachdem er am Vortag noch ein Hoch nahe 64.000 US-Dollar erreicht hatte.

Inflationsdaten auf höchstem Stand seit drei Jahren erwartet

Der mit Spannung erwartete Verbraucherpreisindex (CPI) für Mai wird um 14:30 Uhr MEZ veröffentlicht. Ökonomen prognostizieren einen Anstieg der Verbraucherpreise um 4,2% im Jahresvergleich – das wäre der höchste Inflationsstand seit April 2023. Die sogenannte Kerninflation, die volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, soll bei 2,9% liegen, nach 2,8% im Vormonat.

Als wesentlicher Treiber gilt der Iran-Krieg: Die drastische Verlangsamung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus hat die Ölpreise massiv in die Höhe getrieben und damit Preissteigerungen in der gesamten Wirtschaft ausgelöst. Die Inflation liegt damit deutlich über dem jährlichen Ziel der US-Notenbank Federal Reserve von 2%. Anleger befürchten, dass die Fed gezwungen sein könnte, die Zinsen in diesem Jahr anzuheben, um den Preisanstieg einzudämmen. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen liegt aktuell bei 4,54%, leicht über dem gestrigen Schlussstand von 4,52%.

Der Offenmarktausschuss der Fed trifft sich nächste Woche zur Zinsentscheidung. Es wird das erste Treffen unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh sein – ein Umstand, der die Unsicherheit an den Märkten zusätzlich erhöht.

Super Micro Computer bricht nach Milliarden-Kapitalmaßnahme ein

Die Aktien von Super Micro Computer (SMCI) verlieren vorbörslich rund 12% an Wert. Auslöser ist die Ankündigung des Chip- und Serverherstellers, insgesamt 7 Milliarden US-Dollar frisches Kapital aufzunehmen. Davon sollen 5 Milliarden US-Dollar über garantierte Aktienemissionen und weitere 2 Milliarden US-Dollar über ein At-the-Market-Emissionsprogramm beschafft werden.

Mit dem Kapital will Supermicro Ausrüstung und Komponenten kaufen, um die Produktion zu steigern und kürzlich eingegangene Aufträge im Wert von 39 Milliarden US-Dollar zu erfüllen. Der starke Kursrückgang spiegelt die wachsende Nervosität der Anleger wider: Immer mehr Unternehmen nehmen neues Kapital auf, um ihren KI-Bedarf zu finanzieren – was bestehende Aktionäre durch Verwässerung belastet.

Oracle im Fokus – Ergebnisse nach Börsenschluss

Der Cloud-Dienstleistungsriese Oracle (ORCL) veröffentlicht nach Börsenschluss seine Quartalsergebnisse. Analysten erwarten ein weiteres Quartal mit starkem Umsatz- und Gewinnwachstum. Im Mittelpunkt dürften jedoch Aktualisierungen zum Bau neuer Rechenzentren und den damit verbundenen massiven Finanzierungsbemühungen stehen. Die Oracle-Aktie verliert im vorbörslichen Handel weitere 3% und folgt damit dem schwachen Trend im Technologiesektor.

Cracker Barrel überrascht mit Gewinn und hebt Ausblick an

Einen positiven Kontrapunkt setzt die Restaurantkette Cracker Barrel (CBRL): Die Aktie legt vorbörslich um 11% zu, nachdem das Unternehmen im dritten Geschäftsquartal einen überraschenden Gewinn gemeldet und seinen Jahresausblick angehoben hat. Der Umsatz lag bei 797,4 Millionen US-Dollar – ein Rückgang von 3% gegenüber dem Vorjahr, aber besser als von Analysten erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 29 Cent, während Analysten einen Verlust prognostiziert hatten.

Das Unternehmen hob seine Prognosen für Umsatz und bereinigtes EBITDA an. CEO Julie Masino erklärte, das Unternehmen sei „gut aufgestellt, um diese neue Dynamik beizubehalten". Die Erholung ist bemerkenswert: Die Cracker-Barrel-Aktie war in den vergangenen zwölf Monaten um rund 40% gefallen.

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