Börsenstart: Iran-Konflikt, Palantir-Zahlen und GameStop-Übernahmeofferte
Aktienfutures geben nach, Ölpreise steigen – Raketenangriff auf US-Schiff in der Straße von Hormus sorgt für Unruhe.

Die Aktienmärkte starten nervös in die neue Woche. Berichte über einen Raketenangriff auf ein US-Schiff in der Straße von Hormus belasten die Stimmung, während die Ölpreise kräftig anziehen. Gleichzeitig stehen wichtige Quartalszahlen und der US-Arbeitsmarktbericht auf der Agenda.
Die Futures auf den Dow Jones Industrial Average lagen am Montagmorgen um 0,4% im Minus. Die Futures auf den S&P 500 und den Nasdaq gaben um 0,2% beziehungsweise 0,1% nach. Am Freitag hatten der S&P 500 und der Nasdaq noch auf Rekordhoch geschlossen, nachdem die Märkte im April deutlich zugelegt hatten.
Ölpreise springen – Iran meldet Treffer auf US-Schiff
Die Futures auf die US-Ölsorte WTI stiegen um 3% auf 105 US-Dollar pro Barrel. Auslöser sind Berichte iranischer Staatsmedien, wonach ein US-Schiff beim Einfahren in die Straße von Hormus von zwei Raketen getroffen worden sei. US-Beamte dementierten diese Darstellung. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und für den globalen Ölhandel von zentraler Bedeutung.
Präsident Trump hatte am Sonntag über soziale Medien angekündigt, die USA würden ausländische Schiffe, die nicht am Konflikt beteiligt sind, durch die Meerenge „lotsen". Andere US-Beamte rieten Schiffen Berichten zufolge, die Meerenge in der Nähe des Oman zu durchqueren, wo das US-Militär eine „erweiterte Sicherheitszone" eingerichtet hat. Der Iran drohte daraufhin mit Vergeltungsmaßnahmen. Es bleibt unklar, ob US-Schiffe andere Schiffe direkt eskortieren oder lediglich im Angriffsfall verteidigen würden.
An den übrigen Märkten fielen die Gold-Futures um 1,6% auf rund 4.570 US-Dollar pro Unze. Bitcoin wurde bei 78.800 US-Dollar gehandelt, nachdem er über Nacht ein Hoch nahe 80.500 US-Dollar erreicht hatte. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg leicht von 4,38% auf 4,41%.
Palantir legt heute Quartalszahlen vor
Im Fokus des heutigen Handelstages steht Palantir (PLTR), das nach Börsenschluss seine Quartalsergebnisse präsentieren wird. Analysten erwarten ein weiteres Quartal mit steigenden Umsätzen und Gewinnen, da die Verträge sowohl mit der US-Bundesregierung als auch mit privaten Unternehmen offenbar zunehmen. Die Aktie des Softwareherstellers und Regierungsdienstleisters stand in diesem Jahr unter Druck – Anleger befürchteten, die Rallye des Vorjahres habe zu einer Überbewertung geführt, und sahen zudem Risiken durch den wachsenden Wettbewerb durch KI-Produkte. Im vorbörslichen Handel legte die Palantir-Aktie zuletzt um 2% zu.
Die laufende Berichtssaison hält auch in den kommenden Tagen zahlreiche wichtige Termine bereit. Am Dienstag berichtet Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) und gibt Einblick in die Nachfrage nach KI-Hardware. Am Mittwoch folgen Marriott International (MAR), The Walt Disney Company (DIS) – erstmals unter dem neuen CEO Josh D'Amaro, der den Posten im März von Bob Iger übernahm – sowie die Fast-Food-Konzerne Restaurant Brands Group (QSR), McDonald's (MCD) und Wendy's (WEN). Den Abschluss der Woche bilden am Freitag der Arbeitsmarktbericht für April und eine Umfrage zum Verbrauchervertrauen für Mai.
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Zur AktienanalyseGameStop bietet 56 Milliarden Dollar für eBay
Für Aufsehen sorgt eine überraschende Übernahmeofferte: GameStop (GME) hat angeboten, die Online-Auktionsplattform eBay (EBAY) für 125 US-Dollar je Aktie zu erwerben. Das entspricht einem Aufschlag von 46% gegenüber dem Aktienkurs von Anfang Februar, als GameStop begann, eine Position in eBay aufzubauen. Der Gesamtwert der Transaktion beläuft sich auf rund 55,5 Milliarden US-Dollar, die zur Hälfte in bar und zur Hälfte in GameStop-Aktien beglichen werden sollen.
GameStop erklärte, man sei zuversichtlich, im ersten Jahr nach dem Abschluss Kostensenkungen von mindestens 2 Milliarden US-Dollar erzielen zu können. CEO Ryan Cohen sagte dem Wall Street Journal, er sehe in eBay ungenutztes Potenzial und glaube, das Unternehmen könne zu einem ernsthaften Konkurrenten für Amazon (AMZN) werden. Die Märkte reagierten gespalten: eBay-Aktien stiegen zuletzt um 8% auf rund 112 US-Dollar, während GameStop-Papiere um 3% nachgaben.


