Börsenwoche mit Nvidia, Walmart und großer Übernahme startet schwächer
Aktien-Futures geben nach, während Anleger sich auf Quartalsberichte und Iran-Entwicklungen einstellen.

Die US-Aktienmärkte starten schwächer in eine ereignisreiche Woche. Die Futures auf den Dow Jones Industrial Average verloren zuletzt 0,3 Prozent, der S&P 500 gab 0,2 Prozent nach, während die Nasdaq-Futures nahezu unverändert tendierten. Alle drei Indizes hatten bereits am Freitag nachgegeben, da Technologiewerte nach einer jüngsten Rallye unter Druck gerieten – dennoch verbuchte der S&P 500 die siebte Woche in Folge Gewinne.
Im Fokus der Anleger stehen neben den Quartalsergebnissen auch geopolitische Entwicklungen. US-Präsident Trump hatte am Wochenende über soziale Medien erklärt, dass für den Iran „die Uhr tickt", während das Warten auf ein Abkommen zur Beendigung des Krieges weiter andauert. Die Futures auf West Texas Intermediate (WTI), die Referenzsorte für US-Rohöl, notierten bei rund 105 Dollar, nachdem sie früher in der Sitzung bis auf fast 109 Dollar gestiegen waren. Gold-Futures gaben leicht auf etwa 4.555 Dollar pro Unze nach, Bitcoin handelte bei rund 77.400 Dollar – nach einem Wochenhoch von 82.000 Dollar. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen lag bei 4,59 Prozent, nahe dem Jahreshoch von 4,60 Prozent.
Nvidia, Walmart und Einzelhändler im Quartalsbericht-Fokus
Die Berichtswoche hat es in sich: Besonders die Zahlen von Nvidia (NVDA) dürften die Schlagzeilen dominieren. Daneben legen mit Walmart (WMT), Target (TGT), TJX Companies (TJX), Home Depot (HD) und Lowe's (LOW) gleich mehrere US-Einzelhandelsriesen ihre Quartalsergebnisse vor. Für deutsche Anleger sind diese Berichte besonders relevant, da sie Aufschluss über die Konsumstimmung in den USA geben – dem weltgrößten Einzelhandelsmarkt.
Am Mittwoch wird zudem das Protokoll der jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) erwartet. Es könnte Hinweise darauf liefern, wie die Notenbanker die Inflation und die künftige Zinspolitik einschätzen. Darüber hinaus berichtete CNBC am Freitag, dass der Börsengang-Prospekt von SpaceX bereits in dieser Woche eingereicht werden könnte – was Investoren erstmals einen Einblick in die Finanzen des Raumfahrtunternehmens ermöglichen würde.
Dominion Energy springt nach Übernahme durch NextEra Energy
Die größte Unternehmensschlagzeile des Morgens kommt aus dem Energiesektor: NextEra Energy (NEE) übernimmt den Konkurrenten Dominion Energy (D). Laut der gemeinsamen Mitteilung beider Unternehmen erhalten Dominion-Aktionäre etwas mehr als 0,8 NextEra-Aktien für jede eigene Dominion-Aktie. Die NextEra-Aktionäre werden nach Abschluss der Transaktion knapp unter 75 Prozent des neuen Unternehmens halten. Der Deal soll innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate abgeschlossen werden.
Berichte vom Wochenende hatten bereits angedeutet, dass der Deal kurz vor dem Abschluss stehe und Dominion mit etwa 76 Dollar pro Aktie bzw. insgesamt 66 Milliarden Dollar bewertet würde – ein Aufschlag von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag von 61,73 Dollar. Die Dominion-Aktie stieg vorbörslich um 15 Prozent und näherte sich damit ihrem höchsten Stand seit Oktober 2022. Die NextEra-Aktie gab im Gegenzug rund 2 Prozent nach – ein typisches Muster bei Übernahmen, da der Käufer eine Prämie zahlt.
UnitedHealth unter Druck nach Berkshire-Verkauf
Die Aktien der UnitedHealth Group (UNH) stehen am Morgen unter Druck. Auslöser ist der nach Börsenschluss am Freitag veröffentlichte Quartalsbericht von Berkshire Hathaway (BRK.A, BRK.B), der detaillierte Angaben zu den Aktienpositionen des Investmentkonzerns enthielt. Berkshire, das nach dem Rückzug von Warren Buffett Ende letzten Jahres nun von CEO Greg Abel geleitet wird, hat im ersten Quartal seine Beteiligungen an UnitedHealth, Amazon (AMZN), Mastercard (MA) und Visa (V) veräußert.
Gleichzeitig eröffnete Berkshire neue Positionen bei Delta Air Lines (DAL) und Macy's (M). Die UnitedHealth-Aktien fielen im frühen vorbörslichen Handel um 4 Prozent und belasteten damit den Dow Jones Industrial Average. Die Aktien von Delta und Macy's legten jeweils um mehr als 2 Prozent zu, während Amazon, Mastercard und Visa nahezu unverändert blieben.
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Zur AktienanalyseRegeneron bricht nach Studienrückschlag ein
Einen herben Rückschlag erleidet Regeneron Pharmaceuticals (REGN): Die Aktie des Arzneimittelherstellers brach vorbörslich um fast 12 Prozent ein. Regeneron hatte am späten Freitag mitgeteilt, dass eine Phase-3-Studie zur Kombination der Wirkstoffe Fianlimab und Cemiplimab zur Behandlung von Melanomen „keine statistische Signifikanz für den primären Endpunkt der Verbesserung des progressionsfreien Überlebens" im Vergleich zu einer bestehenden Behandlung erreicht habe.
Für Anleger im Pharmasektor ist dieser Rückschlag eine Erinnerung daran, wie stark klinische Studienergebnisse den Kurs eines Unternehmens bewegen können. Regeneron hatte zuletzt auf dieses Medikamentenprogramm als wichtigen Wachstumstreiber gesetzt. Der Kurseinbruch von fast 12 Prozent spiegelt die Enttäuschung des Marktes über das Scheitern des primären Studienziels wider.


