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Bosch streicht weitere Stellen wegen schwieriger Marktlage

Automobilbranche, E-Mobilität und Konkurrenz aus China setzen den Konzern unter Druck

Bosch streicht weitere Stellen wegen schwieriger Marktlage

Der Technologiekonzern Bosch sieht sich aufgrund der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Lage gezwungen, weitere Stellen abzubauen. Vorstandschef Stefan Hartung erklärte in einem Interview, dass der Konzern angesichts der schwachen Weltkonjunktur im Automobilsektor, der zunehmenden Konkurrenz aus China und der Verunsicherung der Verbraucher nicht um Einschnitte herumkomme. Die Maßnahmen sollen einzelne Standorte betreffen, konkrete Angaben zu betroffenen Werken oder Abteilungen wurden nicht gemacht.

Zusätzlich zur aktuellen Marktlage wirkt sich die Transformation vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb auf die Beschäftigungssituation aus. Hartung betonte, dass dieser Wandel unweigerlich mit dem Verlust von Arbeitsplätzen einhergehen werde. Dennoch verzögere sich der Umstieg auf die Elektromobilität, was die bestehende Produktion von Verbrennungsmotoren länger auslaste. Dies schaffe kurzfristig eine Entlastung, löse das strukturelle Problem aber nicht. Ein Teil der Stellenreduktion könne durch natürliche Fluktuation abgefedert werden, da viele Mitarbeiter in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Langfristig sei die Ausrichtung auf E-Mobilität jedoch unvermeidbar.

Die wirtschaftlichen Herausforderungen spiegeln sich auch in den Geschäftszahlen wider. Im Jahr 2024 brach der operative Gewinn (Ebit) des Unternehmens um ein Drittel auf 3,2 Milliarden Euro ein, nachdem 2023 noch 4,8 Milliarden Euro erzielt worden waren. Auch der Umsatz ging um ein Prozent auf 90,5 Milliarden Euro zurück, womit der Konzern hinter den eigenen Erwartungen blieb. Hartung bezeichnete die Entwicklung als enttäuschend, betonte aber, dass der Konzern Maßnahmen zur Stabilisierung ergreife.

Der Personalabbau bei Bosch ist bereits im vergangenen Jahr spürbar gewesen. Zum Jahresende 2024 beschäftigte das Unternehmen weltweit 417.900 Mitarbeiter, 11.500 weniger als ein Jahr zuvor. In Deutschland sank die Zahl der Beschäftigten um 4400 auf 129.800, was einem Rückgang von 3,3 Prozent entspricht. Bereits seit über einem Jahr gab es Ankündigungen über geplante Stellenstreichungen in verschiedenen Unternehmensbereichen. Bis zum Jahr 2032 könnten weltweit mehr als 12.000 Arbeitsplätze wegfallen, davon rund 7000 in Deutschland.

Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage erwartet Bosch für das Jahr 2025 eine Verbesserung bei Umsatz und Gewinn. Eine detaillierte Prognose soll im Mai veröffentlicht werden, wenn der Konzern seine geprüften Jahreszahlen vorlegt. Hartung sprach in diesem Zusammenhang von einem "Übergangsjahr", in dem sich eine positive Wende abzeichnen könne. Der Konzern will weiterhin an seiner strategischen Neuausrichtung festhalten, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

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