BP-Chairman Manifold vor Absetzung in heftigen Board-Streit verwickelt
Interne Konflikte im BP-Führungsgremium eskalierten Monate vor der abrupten Entlassung von Chairman Albert Manifold.

Der abgesetzte BP-Chairman Albert Manifold war Anfang des Jahres in einen ernsthaften internen Konflikt mit einem Board-Mitglied geraten – Monate bevor er diese Woche abrupt entlassen wurde. Wie mit dem Streit vertraute Personen berichten, entzündete sich der Konflikt an sensiblen Gesprächen über eine potenzielle Transaktion und legte damit tiefe Risse im Führungsgremium des britischen Ölkonzerns offen.
Im Zentrum des Streits stand Simon Henry, ein nicht geschäftsführender Direktor im BP-Board und ehemaliger Finanzchef des BP-Rivalen Shell. Manifold warf Henry in vertraulichen Gesprächen vor, seine Kompetenzen überschritten und andere Board-Mitglieder von der Kommunikation ausgeschlossen zu haben. Henry wies jegliches Fehlverhalten zurück.
Der Kern des Konflikts
Henry argumentierte seinerseits, dass Manifold die Gespräche zwischen Direktoren, Führungskräften und dem internen M&A-Team von BP falsch darstellte. Er forderte den Chairman auf, seinen Kollegen mehr Gehör zu schenken. Um welches externe Unternehmen es bei den diskutierten Transaktionsgesprächen ging, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden – allerdings handelte es sich dabei nicht um Shell, wie die informierten Personen betonten.
Der Streit verdeutlicht, wie angespannt die Atmosphäre im BP-Führungsgremium bereits Monate vor Manifolds Entlassung war. Derartige interne Machtkämpfe in Aufsichtsgremien großer Energiekonzerne sind selten, aber nicht ohne Präzedenz – sie können die strategische Handlungsfähigkeit eines Unternehmens erheblich beeinträchtigen und das Vertrauen der Investoren erschüttern.
Konsequenzen: Board-Verschlankung und Hauptversammlung
Innerhalb weniger Wochen nach dem Streit kündigte Manifold an, dass BP sein Board verschlanken werde. Eine der konkreten Maßnahmen: Simon Henry würde sich bei der Hauptversammlung im April nicht zur Wiederwahl stellen. Ob dieser Schritt als direkte Reaktion auf den Konflikt zu werten ist oder Teil einer breiteren Restrukturierung des Gremiums war, bleibt offen.
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Zur AktienanalyseDie nun bekannt gewordenen Details werfen ein neues Licht auf die abrupte Entlassung Manifolds in dieser Woche. Was öffentlich lange wie eine plötzliche Entscheidung wirkte, scheint das Ergebnis monatelanger interner Spannungen zu sein. Für Anleger und Beobachter des britischen Energieriesen stellt sich nun die Frage, wie stabil die Führungsstruktur bei BP künftig aufgestellt sein wird.
BP gehört zu den größten integrierten Ölkonzernen der Welt und steht seit Jahren unter erheblichem Druck – sowohl durch die Energiewende als auch durch Forderungen von Aktionären nach einer klareren strategischen Ausrichtung. Führungsturbulenzen dieser Art kommen für das Unternehmen daher zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt.


