BP entdeckt riesiges Ölfeld vor Brasilien
Fund könnte Produktion stabilisieren und Investoren neues Vertrauen geben

BP hat mit der Entdeckung eines gigantischen Ölfelds vor der brasilianischen Küste die Aufmerksamkeit von Investoren zurückgewonnen und Erinnerungen an eine Zeit geweckt, in der Ölkonzerne weltweit in großem Stil nach neuen Vorkommen suchten. Die Lagerstätte trägt den Namen Bumerangue und wird von Unternehmenschef Murray Auchincloss als die bedeutendste Entdeckung des Konzerns seit 25 Jahren bezeichnet. Nach Bekanntgabe der Funde stiegen die in London notierten Aktien des Unternehmens im August um acht Prozent, deutlich stärker als die seiner Konkurrenten.
Das Feld könnte sich als wegweisend für den Konzern erweisen, der zuletzt mit Führungswechseln, strategischer Unsicherheit und Druck durch Investoren zu kämpfen hatte. Erste Analysen ergaben eine 500 Meter mächtige Kohlenwasserstoffsäule in einem hochwertigen Prä-Salz-Reservoir, das sich über mehr als 300 Quadratkilometer erstrecken könnte. Schätzungen zufolge sind zwischen zwei und 2,5 Milliarden Barrel förderbares Öl möglich. Bei voller Erschließung wäre damit eine tägliche Produktion von rund 400.000 Barrel über Jahrzehnte denkbar. BP hält derzeit 100 Prozent der Anteile an diesem Projekt und könnte somit den gesamten Ertrag einstreichen.
Die Entdeckung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern seine Strategie neu ausrichtet. Nachdem BP in den vergangenen Jahren Personal und Mittel aus der Exploration abgezogen hatte, fließen nun wieder verstärkt Investitionen in die Suche nach neuen Vorkommen. Geplant ist eine Anhebung der jährlichen Ausgaben im Bereich Förderung um 20 Prozent auf zehn Milliarden Dollar bis 2027. Zudem will das Unternehmen seine Produktion bis 2030 auf einem Niveau zwischen 2,3 und 2,5 Millionen Barrel pro Tag stabil halten.
Auch andere Ölkonzerne zeigen verstärktes Interesse an Exploration. Chevron-Chef Mike Wirth erklärte jüngst, er sei mit den Ergebnissen der vergangenen Jahre unzufrieden und erhöhe daher die Ausgaben für neue Projekte, unter anderem in Suriname, Namibia und Ägypten. Laut Analysen von Rystad Energy deutet bereits die Zunahme von Lizenzvergaben auf eine Wiederbelebung der Explorationsaktivitäten hin. Die Beratungsfirma schätzt, dass weltweit rund 1,5 Billionen Barrel potenziell förderbares Öl vorhanden sind, darunter auch bislang unentdeckte Ressourcen.
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Zur AktienanalyseDie Frage nach der künftigen Nachfrage bleibt jedoch offen. Während die Internationale Energieagentur einen Höhepunkt des Ölverbrauchs um 2030 erwartet, geht die OPEC von weiterem Wachstum bis 2050 aus. Hinzu kommen Faktoren wie die durch den Ukraine-Krieg verstärkte Bedeutung von Energiesicherheit oder der steigende Energiebedarf durch den Ausbau von Künstlicher Intelligenz. Unabhängig von diesen Prognosen könnte die Entdeckung von Bumerangue für BP den dringend benötigten Wendepunkt markieren.

