ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

BP feuert Aufsichtsratschef Manifold wegen schwerwiegenden Fehlverhaltens

Der Ölkonzern BP hat Verwaltungsratsvorsitzenden Albert Manifold nach nur acht Monaten im Amt mit sofortiger Wirkung abgesetzt.

BP feuert Aufsichtsratschef Manifold wegen schwerwiegenden Fehlverhaltens

BP hat seinen Verwaltungsratsvorsitzenden Albert Manifold mit sofortiger Wirkung entlassen. Das britische Ölunternehmen begründete den Schritt am Dienstag mit Verstößen gegen Governance-Standards, Aufsichtspflichten und Verhaltensregeln. Manifold war erst vor knapp acht Monaten angetreten, um eine strategische Neuausrichtung des Konzerns zu begleiten.

In einer offiziellen Mitteilung erklärte BP, der Verwaltungsrat habe einstimmig beschlossen, dass Manifold nicht mehr als Vorsitzender und Mitglied des Gremiums fungieren soll. „Dies folgt auf schwerwiegende Bedenken, die gegenüber dem Verwaltungsrat in Bezug auf wichtige Governance-Standards, Aufsicht und Verhalten geäußert wurden", hieß es von BP. Ein Sprecher des Unternehmens lehnte weitere Einzelheiten ab.

Die leitende unabhängige Direktorin Amanda Blanc, die Manifolds Ernennung im Oktober selbst beaufsichtigt hatte, kommentierte den Vorgang: „Albert hat dazu beigetragen, der Transformation von BP einen willkommenen Fokus und ein hohes Tempo zu verleihen. Der Verwaltungsrat war jedoch überrascht und enttäuscht, von Versäumnissen bei der Governance-Aufsicht und Verhaltensfragen zu erfahren, die er für inakzeptabel hält, und hat entschlossen gehandelt."

Aktie bricht ein – Handel kurzzeitig ausgesetzt

Die Reaktion der Märkte fiel heftig aus: BP-Aktien verloren nach der Ankündigung zeitweise fast 10 Prozent an Wert, woraufhin der Handel kurzzeitig ausgesetzt wurde. Später konnten die Papiere einen Teil der Verluste aufholen und notierten noch knapp 5 Prozent im Minus. Ein Index europäischer Energieunternehmen verzeichnete dagegen ein Minus von weniger als 1 Prozent.

Manifold war vom aktivistischen Hedgefonds Elliott unterstützt worden, der eine Beteiligung von rund 5 Prozent an BP aufgebaut hat. Elliott lehnte eine Stellungnahme zu dem Vorgang ab. Bereits auf der Jahreshauptversammlung im April hatte Manifolds Ernennung zum Vorsitzenden mit rund 82 Prozent der Stimmen deutlich weniger Zustimmung erhalten als bei Direktoren üblich – dort liegt der Wert nahezu bei 100 Prozent.

Eine Führungskrise in Serie

Die Absetzung Manifolds reiht sich in eine bemerkenswerte Serie von Führungswechseln bei BP ein. Vor weniger als drei Jahren wurde CEO Bernard Looney entlassen, nachdem er den Verwaltungsrat über persönliche Beziehungen zu Kollegen belogen hatte. Sein Nachfolger Murray Auchincloss schied im Dezember überraschend aus, ohne dass ein klarer Grund für seinen Rückzug genannt wurde – damit hatte BP innerhalb kurzer Zeit bereits den zweiten CEO verloren.

Als Nachfolgerin von Auchincloss wurde umgehend die ehemalige Woodside-Chefin Meg O'Neill als fünfte BP-Vorstandsvorsitzende seit 2020 vorgestellt. Sie soll die Rückbesinnung des Konzerns auf das Öl- und Gasgeschäft sowie die Abkehr von erneuerbaren Energien beschleunigen – eine Strategieänderung, die Auchincloss Anfang des vergangenen Jahres angekündigt hatte.

Manifold selbst hatte vor seiner Zeit bei BP keine Erfahrung in der Energiebranche. Er hatte sich als Chef des Baustoffherstellers CRH einen Namen gemacht, dessen Portfolio er umgestaltete und dessen Primärnotierung er von Irland in die USA verlegte, was den Aktienkurs steigen ließ. BP hatte seine Ernennung bekannt gegeben, nachdem eine jahrelange Underperformance der Aktie gegenüber der Konkurrenz anhaltende Spekulationen über eine Übernahme oder Zerschlagung des Konzerns ausgelöst hatte.

Verwaltungsrat unter Druck

Unter Manifolds kurzer Amtszeit verkleinerte sich der Verwaltungsrat von BP. Unter anderem verließ Shell-Finanzchef Simon Henry, der erst im September zu BP gestoßen war, das Unternehmen wieder. Auf der Jahreshauptversammlung im April scheiterte der Verwaltungsrat zudem damit, zwei seiner Beschlussvorlagen bei den Aktionären durchzusetzen.

Der Stimmrechtsberater Glass Lewis hatte damals erklärt, Manifold sei letztlich für die Entscheidung von BP verantwortlich, eine von der Klimaaktivistengruppe Follow This eingereichte Resolution auszuschließen, und empfahl daher, gegen ihn zu stimmen. Als interimistischer Nachfolger übernimmt nun Ian Tyler, ehemaliger Chef des britischen Baukonzerns Balfour Beatty und seit dem vergangenen Jahr Mitglied im BP-Verwaltungsrat, den Vorsitz.

BPAlbert ManifoldVerwaltungsratsvorsitzenderGovernanceBp AktieFührungskriseElliott Hedgefonds

Disclaimer