BP-Führungskrise: Neuer Chairman sorgt für hässliches Machtkampf-Drama
Albert Manifold, BPs neuer Chairman, mischt den Ölkonzern mit harter Hand auf – und löste damit einen handfesten Führungskonflikt aus.

Albert Manifold trat seinen Posten als Chairman von BP Plc mit einer klaren Selbsteinschätzung an. Gegenüber Freunden scherzte er, das angeschlagene Unternehmen brauche einen „Gurrier" – einen irischen Slangbegriff für einen gerissenen, kampflustigen Straßenkämpfer. Diesen Anspruch setzte der gebürtige Dubliner offenbar von Beginn an konsequent um.
Mitarbeiter berichten, dass Manifold sofort fordernd auftrat und sich tief in die operativen Details des gesamten Konzerns einarbeitete. Dabei brachte er Angestellte in Bedrängnis – mitunter auf eine Weise, die als unangenehm empfunden wurde. Sein Führungsstil hinterließ im Unternehmen deutliche Spuren.
Konflikt mit dem CEO eskaliert
Der Machtkampf gipfelte in einem offenen Zerwürfnis mit Vorstandsvorsitzendem Murray Auchincloss. Manifold geriet mit dem CEO aneinander und war in der Folge maßgeblich an dessen Absetzung beteiligt. Dieser Vorgang markiert einen der dramatischsten Führungskonflikte in der jüngeren Geschichte des britischen Ölmultis.
BP befindet sich seit geraumer Zeit in einer schwierigen Transformationsphase. Der Konzern steht unter erheblichem Druck, seine Strategie neu auszurichten – zwischen dem Festhalten am klassischen Öl- und Gasgeschäft und dem Umbau hin zu erneuerbaren Energien. In diesem Spannungsfeld ist ein entschlossener, durchsetzungsstarker Chairman offenbar gewollt.
Rückendeckung vom aktivistischen Investor Elliott
Trotz des internen Aufruhr gewann Manifold einen mächtigen Verbündeten: Elliott Investment Management, einer der einflussreichsten aktivistischen Investoren weltweit, stellte sich hinter den neuen Chairman. Elliott gilt als einer der größten Investoren bei BP und hatte das Unternehmen zuvor öffentlich kritisiert.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Unterstützung durch Elliott ist für Manifold strategisch bedeutsam. Aktivistische Investoren wie Elliott sind bekannt dafür, Druck auf Unternehmensführungen auszuüben, um Renditen zu steigern und Restrukturierungen voranzutreiben. Dass der Fonds nun hinter dem neuen Chairman steht, verleiht dessen Kurs erhebliches Gewicht.
Für deutsche Anleger, die BP-Aktien im Depot halten, ist die Entwicklung aufmerksam zu verfolgen. Führungskonflikte dieser Art können kurzfristig für Unsicherheit sorgen, langfristig jedoch auch ein Signal für einen ernsthaften Strategiewechsel sein. Ob Manifolds harter Kurs BP tatsächlich die erhoffte Wende bringt, bleibt abzuwarten – der Anfang jedenfalls ist alles andere als ruhig verlaufen.


