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BP profitiert von Ölpreisrally: Schulden sinken deutlich

Der Iran-Krieg treibt die Ölpreise auf Mehrjahreshochs – und beschert BP einen kräftigen Gewinnsprung im zweiten Quartal.

BP profitiert von Ölpreisrally: Schulden sinken deutlich

Der britische Energiekonzern BP zieht spürbar Nutzen aus der durch den Nahostkonflikt ausgelösten Ölpreisrally. Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen deutlich höhere Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft sowie stark gestiegene Raffineriemargen. Das teilte BP am Dienstag mit. Gleichzeitig gelang es dem Konzern, seine Nettoverschuldung erheblich zu reduzieren.

Die Nettoverschuldung sank bis Ende Juni auf 22 bis 23 Milliarden Dollar – nach noch 25,3 Milliarden Dollar Ende März. Damit hat BP in nur einem Quartal mehrere Milliarden Dollar Schulden abgebaut. Bis Ende des kommenden Jahres soll der Schuldenberg weiter auf 14 bis 18 Milliarden Dollar schrumpfen.

Starke Zahlen quer durch alle Geschäftsbereiche

Die positiven Effekte zeigen sich in nahezu allen Segmenten des Konzerns. Allein im Ölproduktionsgeschäft rechnet BP im Vergleich zum Vorquartal mit einem Plus von 1,8 bis 2,1 Milliarden Dollar. Im Gasbereich sollen weitere 500 bis 700 Millionen Dollar hinzukommen. Verbesserte Raffineriemargen heben das Ergebnis zusätzlich um 1,2 bis 1,4 Milliarden Dollar an.

Auf der Gegenseite stehen jedoch Belastungen: Abschreibungen von rund einer Milliarde Dollar im Bereich Energieumbau sowie 500 Millionen Dollar für aufgegebene Explorationsprojekte drücken auf das Ergebnis. Unterm Strich bleibt die Bilanz für Anleger dennoch klar positiv.

Die BP-Aktie reagierte prompt auf die Meldungen und legte am Vormittag um 2,6 Prozent zu. Die US-Großbank Citi hob ihre Gewinnprognose für BP daraufhin um 18 Prozent an – ein deutliches Signal, dass Analysten die Entwicklung als nachhaltig einschätzen.

Nahostkonflikt als zentraler Kurstreiber

Der eigentliche Auslöser der Entwicklung liegt im Nahen Osten. Die Schließung der Straße von Hormus durch den Iran störte die globalen Lieferketten massiv und trieb die Preise für Rohöl und Gas auf Mehrjahreshochs. Die Nordsee-Sorte Brent kostete im zweiten Quartal durchschnittlich rund 97 Dollar pro Barrel – gegenüber etwa 78 Dollar im ersten Quartal ein Anstieg von fast 25 Prozent.

Diese Preisrally konnte sogar einen leichten Rückgang der eigenen Fördermenge mehr als ausgleichen. Die Produktion sank auf 2,17 bis 2,22 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag (boed). Als Ursachen nannte BP neben den Kriegsauswirkungen auch saisonale Wartungsarbeiten.

BP ist dabei nicht der einzige Profiteur der aktuellen Marktlage. Bereits in der Vorwoche hatte der Rivale Shell von starken Gewinnen im Öl- und Gashandel berichtet. Für Privatanleger, die im Energiesektor engagiert sind, unterstreicht dies die Bedeutung geopolitischer Entwicklungen als Kurstreiber – sowohl nach oben als auch nach unten.

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