BP sucht Partner für Ölprojekt in Brasilien
Bumerangue-Fund eröffnet neue Chancen im Prä-Salz-Sektor und bei Biokraftstoffen

Ein neuer Ölfund vor der brasilianischen Küste sorgt in der Energiewirtschaft für Bewegung. Der britische Konzern BP sucht einen Partner für die Entwicklung des Bumerangue-Feldes, das als die größte Öl- und Gasentdeckung des Unternehmens seit einem Vierteljahrhundert gilt. Das Projekt befindet sich in einer frühen Phase, eine Vereinbarung mit einem Partner soll jedoch voraussichtlich noch vor der endgültigen Investitionsentscheidung zustande kommen.
BP hält derzeit 100 Prozent des Förderblocks. Im August hatte das Unternehmen den Fund öffentlich gemacht und damit ein starkes Signal für das Potenzial der sogenannten Prä-Salz-Regionen gesendet, die weit entfernt von den etablierten Fördergebieten liegen. Die Entdeckung erfolgte beim 13. Bohrloch von BP in Brasilien. Branchenvertreter sehen darin eine Bestätigung, dass sich dort weiterhin große Lagerstätten finden lassen.
Nach Angaben des BP-Länderverantwortlichen für Brasilien, Andres Guevara, soll die Suche nach einem geeigneten Partner innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahre erfolgen. Diese Phase wird parallel zur laufenden technischen und wirtschaftlichen Bewertung des Projekts stattfinden. Guevara erklärte, er gehe nahezu sicher davon aus, dass eine Partnerschaft abgeschlossen sein wird, bevor die endgültige Investitionsentscheidung fällt. Einen festen Zeitplan gebe es dafür jedoch nicht.
Als möglicher Partner gilt der staatlich kontrollierte Ölkonzern Petrobras. Dessen Beteiligung hängt nach internen Einschätzungen davon ab, ob der Kohlendioxidgehalt im Fördergebiet niedrig genug ist, um die wirtschaftliche Rentabilität sicherzustellen. Petrobras hatte bereits im August signalisiert, dass dieser Aspekt für die Entscheidung ausschlaggebend sein dürfte.
Der Fund wird nicht nur für BP als bedeutend eingestuft, sondern auch für die brasilianische Ölindustrie insgesamt. Nach Einschätzung Guevaras verleiht die Entdeckung dem Prä-Salz-Sektor neuen Schwung, nachdem dort etwa ein Jahrzehnt lang keine größeren Vorkommen erschlossen worden waren.
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Zur AktienanalyseBP ist derzeit in sieben Förderblöcken in Brasilien aktiv und betreibt vier davon selbst. Im kommenden Jahr plant das Unternehmen, ein weiteres Bohrloch im Tupinamba-Block niederzubringen, der direkt an das Bumerangue-Feld angrenzt.
Parallel zur Öl- und Gasförderung prüft BP zusätzliche Investitionen im Bereich Biokraftstoffe. Das Unternehmen erwägt den Einstieg in den Betrieb von Ethanolanlagen auf Maisbasis. Laut Guevara könnten dabei Synergien mit den bestehenden Zuckerrohraktivitäten genutzt werden, etwa durch gemeinsame Infrastruktur wie Lagertanks oder die energetische Nutzung von Zuckerrohrresten für die Anlagen. BP zählt in Brasilien zu den größten Produzenten von Zucker und Ethanol und betreibt elf Werke in fünf Bundesstaaten.


