Brasilien: 2.000 Exportprodukte von US-Zöllen ausgenommen
Kaffee und Orangensaft bleiben verschont – Brasiliens Handelsminister erklärt, welche Sektoren die neuen US-Zölle treffen.

Rund 2.000 brasilianische Exportprodukte werden von den jüngsten US-Zöllen der Trump-Administration ausgenommen. Das gab Brasiliens Handels- und Industrieminister Marcio Elias Rosa am Donnerstag vor Journalisten in Brasilia bekannt. Zu den verschonten Produkten zählen unter anderem Kaffee und Orangensaft – zwei der wichtigsten brasilianischen Exportgüter in die Vereinigten Staaten.
Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund gleich zweier neuer Zollmaßnahmen der US-Regierung unter Donald Trump. Brasilien wurde am Donnerstag im Rahmen einer Maßnahme gegen Zwangsarbeit mit einem Zoll von 12,5 Prozent auf seine US-Exporte belegt. Bereits in der Vorwoche hatte die Trump-Administration einen Zoll von 25 Prozent auf verschiedene brasilianische Produkte angekündigt – mit der Begründung unfairer Handelspraktiken des südamerikanischen Landes.
Welche Sektoren betroffen sind
Nicht alle brasilianischen Branchen kommen so glimpflich davon. Sektoren wie die Schuhindustrie sowie der Maschinen- und Anlagenbau werden laut Minister Rosa von beiden Zöllen gleichzeitig betroffen – also sowohl vom 25-Prozent-Zoll als auch vom 12,5-Prozent-Zoll. Andere Bereiche hingegen unterliegen lediglich dem niedrigeren Satz von 12,5 Prozent. Dazu gehört beispielsweise die Zellstoffbranche, ein weiterer bedeutender Exportsektor Brasiliens.
Die Differenzierung zeigt, dass die US-Regierung bei der Anwendung der Zölle zwischen verschiedenen Produktkategorien und Begründungen unterscheidet. Während der 25-Prozent-Zoll auf unfaire Handelspraktiken abzielt, ist der 12,5-Prozent-Zoll explizit mit der Bekämpfung von Zwangsarbeit verknüpft. Für betroffene Sektoren wie die Schuhindustrie bedeutet das eine doppelte Belastung durch beide Maßnahmen gleichzeitig.
Kontext: Brasiliens Handelsbeziehungen mit den USA
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Zur AktienanalyseBrasilien ist eine der größten Volkswirtschaften Lateinamerikas und ein bedeutender Handelspartner der Vereinigten Staaten. Das Land exportiert eine breite Palette an Gütern in die USA – von Agrarprodukten wie Kaffee, Orangensaft und Zellstoff bis hin zu Industriegütern aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie der Schuhindustrie. Die neuen Zölle der Trump-Administration reihen sich in eine breitere Handelspolitik ein, die zahlreiche Länder weltweit betrifft.
Für deutsche Anleger und Unternehmen mit Brasilien-Engagement sind die Entwicklungen relevant, da sie die Wettbewerbsfähigkeit brasilianischer Exporteure auf dem US-Markt direkt beeinflussen. Die Ausnahme von rund 2.000 Produkten dämpft zwar die unmittelbaren Auswirkungen, doch die verbleibenden Zölle dürften in den betroffenen Branchen spürbare wirtschaftliche Folgen haben.

