Brasilien bereitet höhere Biodieselquote vor
Sinkende Ölpreise und stabile Versorgung stärken Rückhalt für politische Entscheidung

Die sinkenden Preise für pflanzliche Öle ebnen nach Einschätzung des Branchenverbands Abiove den Weg für eine Anhebung des vorgeschriebenen Biodieselanteils in Brasilien von derzeit 14 auf 15 Prozent. Das teilte Daniel Amaral, Direktor für Wirtschaft und regulatorische Angelegenheiten bei der Brasilianischen Vereinigung der Pflanzenölindustrie, am Montag mit. Die nationale Energiekommission des Landes hatte im Februar beschlossen, den Anteil bei 14 Prozent zu belassen. Grund dafür waren Befürchtungen, dass eine Erhöhung zu steigenden Lebensmittelpreisen führen und damit die ohnehin rückläufigen Zustimmungswerte von Präsident Luiz Inacio Lula da Silva zusätzlich belasten könnte.
In der zweiten Jahreshälfte 2024 waren die Preise für pflanzliche Öle gestiegen. Die Regierung versuchte in dieser Zeit, der Inflation entgegenzuwirken, die für den Zwölfmonatszeitraum bis März 2025 bei 5,48 Prozent lag. Das Ziel der Zentralbank liegt bei drei Prozent. Inzwischen sind die Preise jedoch wieder rückläufig. Als Grund nannte Amaral verbesserte Bedingungen bei Angebot und Nachfrage. Aus Sicht des Verbands sind damit die Voraussetzungen für eine Erhöhung des Biodieselanteils auf 15 Prozent erfüllt. Nun liege die Entscheidung bei der Regierung.
Amaral betonte auf einer Veranstaltung von Abiove in São Paulo, dass die Industrie über ausreichende Kapazitäten verfüge und derzeit ihre Verarbeitungskapazitäten weiter ausbaue. Die Branche sei also vorbereitet. Nun hoffe man auf eine schnelle Entscheidung seitens der Regierung. Das Energieministerium äußerte sich zunächst nicht zu einer Anfrage außerhalb der üblichen Bürozeiten.
Abiove habe stets vertreten, dass eine steigende Nachfrage nach Biodiesel nicht zu höheren Verbraucherpreisen führen werde, erklärte Amaral weiter. Der jüngste Preisanstieg bei pflanzlichen Ölen sei vor allem auf Wechselkurseffekte und Ernteprobleme bei Palmöl in Südostasien zurückzuführen. Diese Faktoren seien externen Ursprungs und hätten nichts mit der brasilianischen Marktentwicklung zu tun.
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Zur AktienanalyseNach dem Beschluss, den Biodieselanteil bei 14 Prozent zu belassen, hatte das Agrarberatungsunternehmen StoneX seine Prognose für das Wachstum des Biodieselabsatzes deutlich reduziert. Die ursprüngliche Schätzung von 1,2 Millionen Kubikmetern wurde auf 600.000 Kubikmeter halbiert.


