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Brasilien sitzt auf Seltenen Erden – doch China dominiert weiter

Trotz 23% der weltweiten Reserven trägt Brasilien weniger als 1% zur globalen Versorgung bei.

Brasilien sitzt auf Seltenen Erden – doch China dominiert weiter

Brasilien verfügt über eines der größten Vorkommen an Seltenen Erden weltweit, spielt auf dem Weltmarkt jedoch kaum eine Rolle. Das südamerikanische Land hält laut U.S. Geological Survey etwa 23% bis 24% der globalen Seltenerdoxid-Reserven – rund 21 Millionen Tonnen. Dennoch steuert Brasilien weniger als 1% zur weltweiten Versorgung bei. Im Gegensatz dazu kontrolliert China 49% der Reserven und produziert 69% der nicht getrennten Seltenerdoxide.

Das Problem liegt nicht im Abbau, sondern in der Weiterverarbeitung. China beherrscht nahezu vollständig die Trennung Seltener Erden – jenen technisch anspruchsvollen Prozess, bei dem gefördertes Konzentrat in verwertbare Oxide umgewandelt wird. Diese Dominanz erstreckt sich über die gesamte Wertschöpfungskette bis zur Herstellung von Permanentmagneten, die in Windturbinen, Elektroautos und Elektronik unverzichtbar sind.

Wertschöpfung findet woanders statt

In der Seltenerd-Industrie entfallen lediglich 10% bis 20% der Wertschöpfung auf den Bergbau. Die Trennung und Raffination machen 40% bis 50% aus, die Produktion von Permanentmagneten weitere 30% bis 40%. Brasiliens Industrie konzentriert sich fast ausschließlich auf das Upstream-Segment – den reinen Abbau. Serra Verde, der einzige kommerzielle Betrieb des Landes für Seltene Erden, hat zwar die Exporte gesteigert, doch die Gesamtproduktion bleibt im Verhältnis zur weltweiten Nachfrage marginal.

Dabei bietet Brasiliens Geologie durchaus Vorteile. Das Land verfügt über ionische Adsorptionston-Lagerstätten, bei denen Seltene Erden lose an Tonpartikel gebunden sind statt in Festgestein eingeschlossen. Dies ermöglicht niedrigere Abbaukosten, einfacheres Anlagendesign, geringeren Energieverbrauch und niedrigere Anfangsinvestitionen im Vergleich zu anderen Lagerstättentypen. Mehrere Projekte bewegen sich derzeit von der Exploration in Pilot- und Entwicklungsphasen.

Finanzierung als Haupthindernis

Die größte Hürde bleibt die Finanzierung. Anders als in anderen Bergbauregionen können brasilianische Unternehmen Bergbaurechte oder künftige Produktionen nicht als Sicherheiten verwenden. Dies schränkt den Zugang zu inländischen Krediten ein und erhöht die Abhängigkeit von ausländischem Kapital. Öffentliche Kreditgeber wie BNDES und Finep haben zwar Programme für strategische Mineralien aufgelegt, doch die Zulassungsvoraussetzungen begrenzen den Zugang erheblich.

Dem Sektor fehlt zudem eine integrierte nationale Strategie, die Abbau mit Verarbeitung und Fertigung verknüpft. Ohne inländische Kapazitäten für Trennung, Raffination und Metallisierung kann Brasilien die margenstärkeren Segmente der Wertschöpfungskette nicht erschließen. Die Politik hat in den letzten Jahren begonnen, Seltene Erden als strategische Mineralien einzustufen und öffentliches Kapital zu mobilisieren, doch konkrete Ergebnisse stehen noch aus.

Ob Brasilien als bedeutender alternativer Lieferant zu China auftreten kann, hängt weniger von seinen Reserven ab als von der Fähigkeit, Verarbeitungskapazitäten aufzubauen und nachhaltige Investitionen anzuziehen. Chinas Konzentration der Verarbeitungskapazitäten verdeutlicht die Anfälligkeit der aktuellen globalen Lieferkette – eine Chance für Brasilien, die jedoch entschlossenes Handeln erfordert.

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