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Britische Banken: Eigenkapitalregeln bremsen Kreditvergabe und Wachstum

Strengere Eigenkapitalvorschriften kosten britische Banken Bilanzkapazität und schaden der Realwirtschaft.

Britische Banken: Eigenkapitalregeln bremsen Kreditvergabe und Wachstum

Großbritanniens Bankensektor gilt seit der Finanzkrise 2008 als eines der stabilsten weltweit. Robuste Eigenkapitalanforderungen haben maßgeblich zu dieser Resilienz beigetragen. Doch laut dem Branchenverband UK Finance hat das Vereinigte Königreich inzwischen einen kritischen Punkt überschritten – mit spürbaren Folgen für die Wirtschaft.

Der Chief Executive von UK Finance warnt: Ab einem bestimmten Niveau schränken höhere Kapitalanforderungen die Bilanzkapazität der Banken ein und unterdrücken die Kreditvergabe an Unternehmen und Privatpersonen. In einer Volkswirtschaft, in der Banken rund 85 Prozent der Kredite an private Haushalte und fast die Hälfte aller Unternehmenskredite bereitstellen, ist das keine Kleinigkeit.

Die Debatte um Eigenkapitalvorschriften ist nicht neu, gewinnt aber angesichts des schwachen britischen Wirtschaftswachstums an Brisanz. Regulatoren stehen vor einem klassischen Zielkonflikt: Stabilität des Finanzsystems auf der einen Seite, Förderung von Investitionen und Kreditvergabe auf der anderen.

Kapitalvorschriften als Wachstumshemmnis

Die Argumentation von UK Finance ist klar: Kapital hat seinen Preis. Jeder Prozentpunkt mehr an geforderten Eigenkapitalpuffern bedeutet weniger Spielraum für Banken, Kredite zu vergeben. Das trifft besonders kleine und mittelständische Unternehmen, die auf Bankkredite angewiesen sind, weil ihnen der direkte Kapitalmarktzugang fehlt.

Für deutsche Beobachter ist diese Diskussion vertraut. Auch hierzulande debattieren Bankenverbände und Regulatoren regelmäßig über das richtige Maß an Eigenkapitalanforderungen – zuletzt im Rahmen der Umsetzung von Basel IV. Der Unterschied: Das Vereinigte Königreich hat nach dem Brexit mehr regulatorischen Spielraum, eigene Wege zu gehen.

Die britische Regierung unter Premierminister Keir Starmer hat Wirtschaftswachstum zur Priorität erklärt. Eine Überprüfung der Bankenregulierung könnte daher politisch an Fahrt gewinnen – zumal auch die USA unter Präsident Trump ihre Finanzregulierung lockern. Der internationale Wettbewerbsdruck auf den Londoner Finanzplatz steigt damit weiter.

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