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Britische Besserverdiener tappen in Steuerfalle bei Altersvorsorge

HMRC meldet 22 Prozent mehr Sparer, die ihren Rentenfreibetrag überschreiten – trotz Anhebung des Limits auf 60.000 Pfund.

Britische Besserverdiener tappen in Steuerfalle bei Altersvorsorge

Die britische Steuerbehörde HM Revenue & Customs (HMRC) schlägt Alarm: Immer mehr Besserverdiener überschreiten ihren jährlichen Rentenfreibetrag und lösen damit ungewollt Steuerzahlungen aus. Im Steuerjahr 2024-25 meldeten 30.440 Personen Rentenbeiträge oberhalb ihres individuellen Freibetrags – ein Anstieg von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 24.950 Betroffenen. Der Wert der überschüssigen Beiträge stieg dabei um ein Drittel von 505 Millionen auf 672 Millionen Britische Pfund.

Besonders brisant: Der Anstieg erfolgt trotz der Erhöhung des Standardlimits von 40.000 auf 60.000 Britische Pfund im April 2023. Vermögensverwalter erklären, der Zuwachs sei größtenteils auf den sogenannten „Tapered Annual Allowance" zurückzuführen – den degressiven jährlichen Freibetrag, der zu den komplexesten Regeln des britischen Rentensteuersystems zählt.

Was steckt hinter der Taper-Falle?

Die Degression greift, sobald das Schwelleneinkommen 200.000 Britische Pfund übersteigt und das bereinigte Einkommen mehr als 260.000 Britische Pfund beträgt. Für je 2 Pfund des bereinigten Einkommens über dieser Grenze wird der jährliche Freibetrag um 1 Pfund reduziert – bis auf ein Minimum von 10.000 Britischen Pfund. Das bedeutet: Wer deutlich über der Schwelle verdient, darf nur noch einen Bruchteil des Standardfreibetrags steuerbegünstigt einzahlen.

Adrian Murphy, CEO des Finanzplaners Murphy Wealth, erklärt die typischen Stolperfallen: „Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, wie Besserverdiener unerwartet eine Abgabe auf den jährlichen Freibetrag auslösen können. Ihre Einkommen können durch Einmalzahlungen wie Boni oder Provisionen am Arbeitsplatz unerwartet steigen." Murphy nennt zudem Komplexitäten bei leistungsorientierten Versorgungssystemen sowie Missverständnisse bei den Regeln zum Vortrag ungenutzter Freibeträge als häufige Ursachen. „Aller Wahrscheinlichkeit nach ist es jedoch der degressive jährliche Freibetrag, der ihnen immer wieder zum Verhängnis wird", so Murphy.

David Little, zertifizierter Finanzplaner beim Vermögensverwalter Evelyn Partners, warnt, dass der allgemeine Freibetrag von 60.000 Pfund Besserverdienern ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln kann. Er weist auf eine besondere Tücke hin: „Das bereinigte Einkommen umfasst auch die Rentenfinanzierung durch den Arbeitgeber, sodass jemand selbst dann betroffen sein kann, wenn die persönlichen Beiträge relativ bescheiden erscheinen." Boni am Ende des Steuerjahres, variable Einkünfte und Beiträge in mehrere Systeme machten die endgültige Position bis spät im Steuerjahr schwer vorhersehbar.

Frühzeitige Planung als Schlüssel

Experten betonen, dass vorausschauende Planung vor Ende des Steuerjahres entscheidend ist – anstatt auf einen Rentenbescheid oder eine Steuererklärung zu warten, die ein Problem erst im Nachhinein aufdeckt. Little empfiehlt konkrete Schritte:

  • Aktuelle Zahlen zu Rentenbeiträgen aus jedem System einholen
  • Gesamteinkommen einschließlich Boni und Sozialleistungen schätzen
  • Prüfen, ob ungenutzter Freibetrag aus den vorangegangenen drei Steuerjahren vorgetragen werden kann
  • Mitglieder leistungsorientierter Systeme müssen besonders vorsichtig sein, da der geprüfte Betrag die Wertsteigerung der zugesagten Rente ist

Sparer, die ihren jährlichen Freibetrag überschreiten, müssen den übersteigenden Betrag mit ihrem Grenzsteuersatz versteuern. Die Abgabe wird entweder direkt oder über das Rentensystem gezahlt. Wer in mehr als einem System versichert ist, sollte laut HMRC von jedem Anbieter eine entsprechende Bescheinigung anfordern.

Trotz der Steuerlast raten Experten ausdrücklich davon ab, einfach aufzuhören, für die Rente zu sparen. „Der Verzicht auf wertvolle Arbeitgeberbeiträge, steuerfreies Wachstum innerhalb des Rentenfonds oder den Erwerb von Leistungsansprüchen könnte sie langfristig deutlich schlechter stellen", betont Little. Sein Fazit: „Manchmal ist die Zahlung der Steuerabgabe die beste Option." Die HMRC stellt zudem einen Online-Rechner zur Verfügung, mit dem Sparer prüfen können, ob sie ihren jährlichen Freibetrag überschritten haben.

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