Britische Einzelhandelsumsätze steigen im Mai überraschend stark
Das Absatzvolumen legte um 1,2 Prozent zu – deutlich mehr als Ökonomen erwartet hatten.

Die britischen Einzelhandelsumsätze haben sich im Mai unerwartet kräftig erholt und damit ein positives Signal für die Gesamtwirtschaft des Vereinigten Königreichs gesendet. Das Statistikamt Office for National Statistics (ONS) meldete einen Anstieg des Absatzvolumens im Online- und stationären Handel von 1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Damit übertrafen die Zahlen die Erwartungen der Ökonomen, die lediglich ein Plus von 0,5 Prozent prognostiziert hatten.
Der Anstieg ist umso bemerkenswerter, da im Vormonat noch ein revidierter Rückgang von 1,0 Prozent verzeichnet worden war. Als Hauptgrund für den damaligen Einbruch galten die hohen Kraftstoffpreise, die die Haushalte finanziell belasteten und die Konsumausgaben dämpften. Die nun vorliegenden Mai-Daten deuten darauf hin, dass sich die britischen Verbraucher von diesem Druck erholt haben.
Stärkster Anstieg seit Januar
Das Wachstum von 1,2 Prozent stellt den stärksten monatlichen Anstieg der britischen Einzelhandelsumsätze seit Januar dar. Dies unterstreicht die Widerstandsfähigkeit des britischen Konsums, der als wichtige Stütze der Gesamtwirtschaft gilt. Zusätzlich wurden auch die Daten für die Vormonate nach oben revidiert, was das Bild einer sich stabilisierenden Wirtschaftslage weiter festigt.
Für deutsche Anleger und Beobachter der europäischen Wirtschaft sind diese Zahlen von Bedeutung, da Großbritannien trotz des Brexits ein wichtiger Handelspartner und Wirtschaftsindikator für die gesamte Region bleibt. Starke britische Konsumzahlen können als Hinweis auf eine breitere wirtschaftliche Erholung in Europa gewertet werden.
Kontext: Britischer Einzelhandel unter Druck
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Zur AktienanalyseDer britische Einzelhandel hatte in den vergangenen Monaten mit einer Reihe von Belastungsfaktoren zu kämpfen. Hohe Energiepreise und gestiegene Lebenshaltungskosten hatten die Kaufkraft der Haushalte spürbar eingeschränkt. Die nun vorliegenden Daten für Mai legen nahe, dass sich die Lage für die Verbraucher zumindest vorübergehend verbessert hat.
Die Daten des ONS gelten als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung in Großbritannien. Ein überraschend starker Anstieg der Einzelhandelsumsätze wird von Ökonomen häufig als Signal für eine robustere Binnennachfrage gewertet – und damit als positives Zeichen für das Bruttoinlandsprodukt insgesamt. Die Revision der Vormonatsdaten nach oben verstärkt diesen positiven Eindruck zusätzlich.

