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Britische Gilts: Stärkste Kursbewegung seit Truss-Krise 2022

Die Rendite zweijähriger britischer Staatsanleihen überstieg erneut 4,5 Prozent – der heftigste Monatsanstieg seit dem Liz-Truss-Debakel.

Britische Gilts: Stärkste Kursbewegung seit Truss-Krise 2022

Die Renditen zweijähriger britischer Staatsanleihen, sogenannter Gilts, haben am Donnerstag erneut die Marke von 4,5 Prozent überschritten. Seit Monatsbeginn summiert sich der Anstieg damit auf fast einen vollen Prozentpunkt. Das ist die stärkste monatliche Bewegung seit September 2022.

Damals löste die damalige Premierministerin Liz Truss mit der überraschenden Ankündigung massiver Steuersenkungen eine schwere Krise am britischen Anleihemarkt aus. Die Bank of England sah sich zu einer Notintervention gezwungen, um die Märkte zu stabilisieren. Truss trat schließlich nach nur 45 Tagen im Amt zurück – eine der kürzesten Amtszeiten in der britischen Geschichte.

Gilt-Renditen gelten als enger Indikator für die Zinserwartungen der Marktteilnehmer. Steigende Renditen signalisieren fallende Anleihekurse und spiegeln wachsende Zweifel an der Haushaltsstabilität oder Inflationserwartungen wider. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant, da sie Rückschlüsse auf das Vertrauen der Märkte in europäische Staatsfinanzen insgesamt erlaubt.

Vergleich mit der Truss-Krise

Die Parallelen zur Krise von 2022 sind auffällig. Damals schnellten die Gilt-Renditen innerhalb weniger Tage in die Höhe, nachdem das sogenannte "Mini-Budget" der Truss-Regierung ungeplante Steuererleichterungen in Milliardenhöhe vorsah. Die Reaktion der Finanzmärkte war beispiellos: Das britische Pfund verlor massiv an Wert, und Pensionsfonds gerieten durch Nachschussforderungen unter Druck.

Der aktuelle Renditeanstieg erreicht zwar nicht dieselbe politische Dramatik, ist aber in seiner Geschwindigkeit vergleichbar. Marktbeobachter beobachten die Entwicklung genau, da anhaltend hohe Renditen die Refinanzierungskosten des britischen Staates deutlich verteuern. Dies erhöht den Druck auf die Regierung, die Haushaltspolitik zu straffen.

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