Britische Immobilienpreise im freien Fall
Stärkster Rückgang seit 2009 - Auch in Deutschland sinken Wohnimmobilienpreise deutlich

Die britischen Immobilienpreise erlebten im September erneut einen deutlichen Rückgang, vergleichbar mit den Auswirkungen der globalen Finanzkrise von 2009. Laut einer Untersuchung der Bausparkasse Nationwide sanken die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat um durchschnittlich 5,3 Prozent, was den größten Rückgang seit Juli 2009 darstellt. Obwohl Ökonomen mit einem noch stärkeren Rückgang von 5,7 Prozent gerechnet hatten, zeigten die Preise von August auf September eine Stagnation, nach einem Rückgang von 0,8 Prozent im Vormonat.
Dieser Preisverfall ist hauptsächlich auf die stark gestiegenen Kreditkosten zurückzuführen. Die Bank of England hat ihre Zinssätze seit Dezember 2021 insgesamt 14 Mal angehoben und sie liegen derzeit bei 5,25 Prozent. Diese Maßnahmen sollen dazu dienen, die hartnäckig hohe Inflation zu bekämpfen.
Die Immobilienpreise in Großbritannien waren seit Beginn der Coronapandemie um mehr als ein Viertel gestiegen. Dies wurde durch eine gesteigerte Nachfrage nach Wohnraum, niedrige Zinsen und vorübergehende Steueranreize unterstützt.
In Deutschland verzeichnen wir ebenfalls einen Rückgang der Preise für Wohnimmobilien. Zwischen April und Juni gaben die Preise im Vergleich zum Vorjahreszeitraum durchschnittlich um 9,9 Prozent nach, wie das Statistische Bundesamt ermittelte. Dies war der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000.
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Zur AktienanalyseDie rückläufigen Kaufpreise dürften auf eine geringere Nachfrage aufgrund gestiegener Finanzierungskosten und hoher Inflation zurückzuführen sein. Ökonom Martin Güth von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) betonte, dass die Preise zwar weiterhin hoch sind, aber aufgrund der gestiegenen Zinsen für immer weniger Haushalte erschwinglich werden. Die Preise könnten weiter leicht sinken, jedoch bleibt der Wohnraum knapp und teuer, unabhängig davon, ob er gemietet oder gekauft wird.


