Britische Inflationserwartungen sinken laut Citi/YouGov-Umfrage deutlich
Im Juni gingen die Inflationserwartungen der britischen Bevölkerung spürbar zurück – eine Erleichterung für die Bank of England.

Die Inflationserwartungen der britischen Bevölkerung sind im Juni weiter gesunken. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der US-Bank Citi und des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Die Ergebnisse dürften die Sorgen der Bank of England (BoE) über einen anhaltenden Preisdruck merklich lindern.
Besonders aufmerksam beobachtet die BoE die langfristigen Inflationserwartungen – also jene für einen Zeitraum von fünf oder mehr Jahren. Diese fielen im Juni auf 3,9 Prozent, nach 4,0 Prozent im Mai. Noch deutlicher war der Rückgang bei den kurzfristigen Erwartungen: Die Inflationserwartungen für das kommende Jahr sanken von 4,7 Prozent im Mai auf 3,8 Prozent im Juni.
Rückgang nähert sich Vorkriegsniveau
Citi-Ökonom Callum McLaren-Stewart kommentierte die Ergebnisse positiv. „Angesichts eines so deutlichen Rückgangs und eines Niveaus, das nun fast wieder dem Stand vor dem Konflikt entspricht, glauben wir, dass das Risiko einer Entankerung schwindet", sagte er. Mit „Entankerung" bezeichnet man in der Geldpolitik den Zustand, in dem Verbraucher das Vertrauen verlieren, dass ihre Zentralbank den Preisdruck wirksam kontrollieren kann – ein Szenario, das Notenbanken unbedingt vermeiden wollen.
McLaren-Stewart äußerte sich auch zum weiteren Ausblick: „Wir gehen davon aus, dass sich die Inflationserwartungen weiter abschwächen werden, insbesondere angesichts der Absichtserklärung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran." Das sogenannte Memorandum of Understanding (MOU) zwischen beiden Ländern könnte demnach zusätzlich dämpfend auf die Preiserwartungen wirken.
Bedeutung für die Bank of England
Für die Bank of England sind stabil verankerte Inflationserwartungen ein zentrales geldpolitisches Ziel. Wenn Verbraucher und Unternehmen dauerhaft höhere Preise erwarten, kann dies zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden – etwa durch höhere Lohnforderungen oder vorgezogene Käufe. Sinkende Erwartungen signalisieren hingegen, dass die Geldpolitik der BoE als glaubwürdig wahrgenommen wird.
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Zur AktienanalyseDie kurzfristigen Inflationserwartungen werden laut der Umfrage typischerweise von der aktuellen Entwicklung der Inflation sowie von Energiepreisen beeinflusst. Der starke Rückgang von 4,7 auf 3,8 Prozent innerhalb eines Monats deutet darauf hin, dass sich die Lage an diesen Märkten aus Sicht der Befragten entspannt hat.
Die Online-Umfrage wurde vom 22. bis 23. Juni unter 2.021 erwachsenen Personen in Großbritannien durchgeführt. Die Ergebnisse liefern der BoE damit eine aktuelle Momentaufnahme der Stimmungslage in der Bevölkerung – und könnten Einfluss auf künftige Zinsentscheidungen haben.

