Britische Statistikbehörde streicht Berichte wegen anhaltender Qualitätsprobleme
ONS will 2026 rund 10% weniger Publikationen veröffentlichen, um Fokus auf Kerndaten zu legen.

Das britische Office for National Statistics (ONS) kündigt drastische Maßnahmen an, um die Qualität seiner Datenveröffentlichungen zu verbessern. Die Behörde will im Jahr 2026 etwa 10% ihrer Berichte streichen, um sich besser auf zentrale Statistiken konzentrieren zu können.
Betroffen von den Kürzungen sind unter anderem Gesundheitsumfragen, Berichte zur Nachtwirtschaft sowie die vierteljährlichen Daten zu Treibhausgasemissionen. "Schwierige Entscheidungen zur Reduzierung der Anzahl unserer Veröffentlichungen sind unerlässlich, um die Qualität unserer Kernstatistiken wiederherzustellen", erklärte Darren Tierney, Staatssekretär des ONS am Donnerstag.
Die Entscheidung kommt nicht überraschend. Bereits 2023 hatte das ONS eingeräumt, dass die Qualität wichtiger Wirtschaftsdaten unter niedrigen Rücklaufquoten leidet. Besonders problematisch: der Labour Force Survey (LFS), der zur Berechnung der britischen Arbeitslosenquote dient.
Kritische Bedeutung für Geldpolitik
Die Qualitätsprobleme haben weitreichende Konsequenzen. Die Bank of England nutzt die Arbeitsmarktstatistiken des ONS als zentrale Grundlage für ihre Zinsentscheidungen. Notenbankchef Andrew Bailey bezeichnete die Verschlechterung der Datenqualität bereits als "erhebliches" Problem.
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Zur AktienanalyseDer LFS wird derzeit einer grundlegenden Überarbeitung unterzogen. Die Umfrage liefert nicht nur die Arbeitslosenquote, sondern auch andere wichtige Kennzahlen des britischen Arbeitsmarktes, die für Wirtschaftsanalysen und politische Entscheidungen unverzichtbar sind.
Mit der Reduzierung der Publikationen will das ONS Ressourcen freisetzen, um die Qualität der verbleibenden Statistiken zu sichern. Die Maßnahme zeigt, wie stark die britische Statistikbehörde unter Druck steht, verlässliche Wirtschaftsdaten zu liefern.

