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Britischer Hypothekenfinanzierer MFS bricht zusammen – Private Credit unter Druck

Market Financial Solutions täuschte Großbanken und Private-Credit-Fonds über Jahre hinweg mit fragwürdigen Sicherheiten.

Britischer Hypothekenfinanzierer MFS bricht zusammen – Private Credit unter Druck

Der Zusammenbruch des britischen Hypothekenunternehmens Market Financial Solutions (MFS) erschüttert die Private-Credit-Branche. Namhafte Finanzinstitute wie Apollo Global Managements Atlas SP Partners, Barclays, Castlelake, Jefferies Financial Group und Banco Santander haben dem Unternehmen über Jahre Kapital bereitgestellt – und stehen nun vor der Frage, was mit ihrem Geld geschehen ist.

MFS war auf kurzfristige Überbrückungskredite für schnelle Immobilienkäufe in Großbritannien spezialisiert. Das Unternehmen präsentierte sich als attraktiver Partner im boomenden Markt für forderungsbesicherte Kredite (Asset-Based Lending) und gab an, sein Hypothekengeschäft seit 2022 verdreifacht zu haben. Im vergangenen Jahr soll das Volumen mehr als 2,4 Milliarden Pfund (rund 3 Milliarden US-Dollar) erreicht haben.

Warnsignale wurden ignoriert

Dabei gab es frühzeitig Hinweise auf Unregelmäßigkeiten. Als MFS im Jahr 2021 versuchte, bei Private-Credit-Fonds Kapital einzuwerben, enthielten die Unterlagen zur Kapitalbeschaffung nur spärliche Angaben über Vorstandsvorsitzenden Paresh Raja. Zudem wiesen die ausgewiesenen Finanzdaten erhebliche Abweichungen von der öffentlichen Rechnungslegung auf – so berichten es Dokumente, die dem Wall Street Journal vorliegen. Dieser erste Versuch scheiterte.

Dennoch fand MFS bereitwillige Kreditgeber. Die Wall Street war in den vergangenen Jahren geradezu hungrig auf Asset-Based-Lending-Geschäfte, und MFS schien das perfekte Profil zu erfüllen. Mehrere renommierte Finanzinstitute vergaben Kredite, ohne offenbar die Warnsignale ernst zu nehmen.

Mehrfach verpfändete Sicherheiten als Kern des Vorwurfs

Nun bricht das Konstrukt zusammen. MFS sieht sich dem schwerwiegenden Vorwurf ausgesetzt, Sicherheiten mehrfach verpfändet zu haben – also dieselben Vermögenswerte mehreren Kreditgebern gleichzeitig als Absicherung angeboten zu haben. Dies ist ein klassisches Betrugsmuster im Kreditgeschäft und kann für die betroffenen Gläubiger zu erheblichen Verlusten führen.

Die Gründer des Unternehmens halten sich derzeit in Dubai auf, wo sie zeitweise ihren Wohnsitz haben. Die geschädigten Kreditgeber versuchen nun herauszufinden, was mit ihren Mitteln geschehen ist. Der Fall reiht sich in eine wachsende Liste von Rückschlägen für den Private-Credit-Sektor ein und wirft erneut Fragen zur Sorgfaltspflicht (Due Diligence) bei der Kreditvergabe auf.

Für deutsche Anleger und institutionelle Investoren, die zunehmend in Private-Credit-Fonds investieren, verdeutlicht der Fall MFS die Risiken des Segments. Fehlende Transparenz, schwer überprüfbare Sicherheiten und der Renditedruck in einem boomenden Markt können dazu führen, dass selbst erfahrene Wall-Street-Akteure fundamentale Warnsignale übersehen.

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