Britischer Modemarkt: NEXT dominiert, H&M und Zara verlieren stark
Barclays-Daten zeigen eine tiefe Spaltung im britischen Bekleidungshandel zu Jahresbeginn 2025.

Der britische Bekleidungsmarkt startet schwach ins neue Jahr. Laut einer aktuellen Auswertung von Barclays sanken die Vollpreis-Umsätze der Branche in den acht Wochen bis zum 1. Februar im Jahresvergleich um 0,1 Prozent. Hinter dieser flachen Gesamtzahl verbirgt sich jedoch eine dramatische Spaltung zwischen Gewinnern und Verlierern.
Der klare Sieger des Zeitraums ist NEXT. Der britische Modehändler steigerte seine Vollpreis-Umsätze um beeindruckende 18,8 Prozent – nach lediglich 3,8 Prozent im Vorquartal. Der Gesamtumsatz legte um 14,3 Prozent zu, und der Marktanteil wuchs um 140 Basispunkte auf 11,8 Prozent. Das ist der stärkste Marktanteilsgewinn unter allen verglichenen Wettbewerbern.
Barclays führt NEXTs Beschleunigung auf verbesserte Warenverfügbarkeit, eine robuste britische Nachfrage sowie Anteilsgewinne durch Störungen bei Konkurrenten zurück. Das Unternehmen gilt damit als der stärkste operative Akteur in diesem Vergleich.
Marks & Spencer erholt sich, Primark bleibt stabil
Marks & Spencer zeigt eine positive Tendenz. Der Gesamtumsatz wuchs um 3,3 Prozent (nach 1,6 Prozent zuvor), und die Marktanteilsgewinne beschleunigten sich auf 28 Basispunkte. Die Vollpreis-Umsätze bleiben zwar mit minus 3,7 Prozent negativ, doch das ist eine deutliche Erholung gegenüber dem vorherigen Rückgang von 10,3 Prozent. Das Online-Wachstum gleicht dabei die anhaltende Schwäche im stationären Handel aus.
Primark lieferte solide, aber unspektakuläre Zahlen. Der Gesamtumsatz stieg um 3,2 Prozent, die Vollpreis-Umsätze kehrten nach vorherigen Rückgängen mit plus 0,8 Prozent knapp ins Positive zurück. Der Marktanteil wuchs leicht um 16 Basispunkte. Das Value-Segment zeigt damit relative Stabilität, ohne jedoch die Dynamik von NEXT zu erreichen.
H&M und Zara unter erheblichem Druck
Die internationalen Fast-Fashion-Riesen H&M und Zara kämpfen dagegen mit deutlichen Rückgängen. H&M verzeichnete einen Einbruch des Gesamtumsatzes um 14,5 Prozent, die Vollpreis-Umsätze fielen sogar um 16,8 Prozent. Der Marktanteil schrumpfte um 29 Basispunkte – H&M gehört damit zu den schwächsten Performern im Datensatz.
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Zur AktienanalyseZara verlor ebenfalls erheblich an Boden. Der Gesamtumsatz sank um 9,1 Prozent, die Vollpreis-Umsätze um 12,2 Prozent, der Marktanteil ging um 15 Basispunkte zurück. Nach zuvor starken Wachstumsraten hat sich die Dynamik damit umgekehrt. Barclays deutet auf zyklische Verlangsamung und schwierigere Handelsbedingungen im britischen Markt hin.
Auch die chinesischen Online-Plattformen verlieren an Schwung. Shein verzeichnete einen Rückgang des Gesamtumsatzes um 17,2 Prozent, obwohl die Vollpreis-Umsätze mit plus 3,2 Prozent leicht positiv blieben. Temu wächst zwar noch mit 7,7 Prozent beim Gesamtumsatz, doch die Vollpreis-Umsätze drehten ins Negative (minus 3,0 Prozent). Das Wachstum beider Plattformen scheint zunehmend promotionsgetrieben und strukturell weniger robust als in früheren Perioden.
JD Sports präsentiert ein gemischtes Bild. Der Gesamtumsatz legte solide um 10,9 Prozent zu, doch die Vollpreis-Umsätze sanken um 8,4 Prozent – ein Hinweis auf verstärkte Rabattaktionen oder Druck auf den Produktmix. Die Wachstumsdynamik hat sich gegenüber früheren Perioden deutlich abgeschwächt.


