ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Britisches Pfund gibt nach trotz starkem BIP-Wachstum im ersten Quartal

Politische Unsicherheit in Westminster überschattet solide Konjunkturdaten – GBP/USD fällt auf 1,3508.

Britisches Pfund gibt nach trotz starkem BIP-Wachstum im ersten Quartal

Das Britische Pfund notierte am Donnerstag gegenüber dem US-Dollar schwächer, obwohl die britische Wirtschaft im ersten Quartal 2026 besser als erwartet gewachsen ist. Bis 08:33 Uhr ET fiel das Währungspaar GBP/USD um 0,10 % auf 1,3508. Auch EUR/USD gab um 0,12 % auf 1,1700 nach. Beide Paare handelten in den frühen europäischen Handelsstunden im negativen Bereich.

Die makroökonomischen Daten selbst fielen durchaus positiv aus. Das Office for National Statistics (ONS) meldete in einer ersten Schätzung ein Quartalswachstum von 0,6 % – eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem Anstieg von lediglich 0,2 % im vierten Quartal 2025. Auf Jahresbasis expandierte die britische Wirtschaft um 1,1 % und übertraf damit den Marktkonsens von 0,8 % spürbar. Auch der monatliche BIP-Wert für März überraschte positiv: Mit einem Plus von 0,3 % widersetzte er sich den Erwartungen eines Rückgangs um 0,1 %.

Als Haupttreiber des Wachstums erwies sich der Dienstleistungssektor. Darüber hinaus legten auch das Baugewerbe und die Produktion zu, was auf eine breit angelegte konjunkturelle Erholung hindeutet.

Märkte bleiben skeptisch gegenüber Q1-Zahlen

Trotz der positiven Überraschung blieb eine Rallye des Pfunds aus. Francesco Pesole von ING verwies auf ein seit 2022 bestehendes Muster, bei dem starke Werte im ersten Quartal im weiteren Jahresverlauf regelmäßig verpuffen. Dies deute eher auf Verzerrungen durch saisonale Bereinigungen als auf eine echte zugrunde liegende wirtschaftliche Dynamik hin. Die Märkte begegnen den Q1-Zahlen daher mit einer gewissen Zurückhaltung.

Das unmittelbarere Risiko für das Pfund kommt derzeit aus der britischen Innenpolitik. Berichte, wonach Gesundheitsminister Wes Streeting eine Herausforderung der Parteiführung gegen Premierminister Keir Starmer vorbereitet, sorgten für zusätzliche Unruhe an den Märkten. Die Reaktion fiel jedoch verhalten aus: Pesole merkte an, dass ein potenzieller Rücktritt Starmers teilweise bereits in den Kursen eingepreist sei. Streetings zentristische Positionierung innerhalb der Labour-Partei begrenze zudem die unmittelbare fiskalische Risikoprämie.

Politische Eskalation bleibt das größte Abwärtsrisiko

Die kurzfristige Überbewertung von EUR/GBP beläuft sich laut Pesole auf lediglich rund 0,3 %, was darauf hindeutet, dass die Märkte noch nicht ernsthaft beunruhigt sind. Dennoch bleiben die Abwärtsrisiken erhöht – insbesondere sollten britische Staatsanleihen, sogenannte Gilts, durch eine weitere politische Eskalation unter Druck geraten.

Als wesentliches Extremrisiko hob Pesole die Ambitionen des Bürgermeisters von Manchester, Andy Burnham, hervor, Starmer als Parteichef abzulösen. Angesichts früherer Äußerungen Burnhams über eine mögliche Abkehr von der britischen Fiskalregel würden die Märkte ein solches Szenario mit deutlich weniger Gelassenheit aufnehmen als eine Herausforderung durch den moderateren Streeting.

Das allgemeine Umfeld für das Pfund bleibt fragil. Ein anhaltender Energieschock im Nahen Osten belastet den verarbeitenden Sektor und treibt gleichzeitig die Importkosten in die Höhe. Dies verkompliziert den Inflationsausblick der Bank of England zusätzlich und schränkt deren geldpolitischen Spielraum ein.

Britisches PfundGbp/UsdBip GroßbritannienKeir StarmerBank Of EnglandWes StreetingForex

Disclaimer