Britisches Pfund unter Druck: ING erwartet weitere Korrektur
Trotz positiver Wirtschaftsdaten aus Großbritannien sieht die ING weiteres Abwärtspotenzial für das Pfund Sterling gegenüber dem Euro. Die EUR/GBP-Unterstützung bei 0,8645 könnte in der kommenden Woche durchbrochen werden.

Das britische Pfund steht trotz ermutigender Konjunkturdaten unter Druck. Laut einer aktuellen Analyse der ING könnte die seit November laufende Korrektur des Sterling gegenüber dem Euro weitergehen. Dies geschieht, obwohl Großbritannien am Donnerstag überraschend starke Wirtschaftszahlen präsentierte.
Positive Wirtschaftsdaten stützen Pfund nicht
Die britischen Konjunkturdaten für November übertrafen die Erwartungen deutlich. Das monatliche Bruttoinlandsprodukt fiel höher aus als prognostiziert, und auch die Industrieproduktion zeigte sich robuster als erwartet. Zusätzlich signalisieren Immobilienmakler einen wachsenden Optimismus bezüglich der Verkaufszahlen am britischen Wohnimmobilienmarkt, was auf eine Erholung in diesem wichtigen Wirtschaftssektor hindeutet.
Dennoch reichen diese positiven Signale nach Einschätzung der ING-Analysten nicht aus, um die Schwäche des Pfunds zu stoppen. Ein wesentlicher Grund liegt in der Positionierung der Marktteilnehmer: Vermögensverwalter halten weiterhin signifikante Untergewichtungen im Pfund Sterling, was zusätzlichen Druck auf die Währung ausübt.
EUR/GBP könnte auf 0,86 steigen
Die ING sieht die aktuelle Unterstützungszone bei EUR/GBP von 0,8645 bis 0,8655 als anfällig an. Das Risiko eines Durchbruchs in Richtung 0,8600 steigt laut den Analysten in der kommenden Woche. Besonders die für nächste Woche erwarteten britischen Verbraucherpreisdaten für Dezember könnten zum Katalysator werden. Sollten diese positiv überraschen, könnte dies paradoxerweise die Pfund-Schwäche verstärken.
Die Bank sieht ein mögliches Erreichen des 0,86-Niveaus als strategische Gelegenheit, sich gegen die für März erwartete Pfund-Schwäche abzusichern. Diese Einschätzung steht im Zusammenhang mit den geldpolitischen Erwartungen für die Bank of England.
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Zur AktienanalyseWährend die Finanzmärkte derzeit Zinssenkungen der Bank of England (BoE) für April und Dezember einpreisen, verfolgt die ING eine abweichende Prognose. Die niederländische Bank erwartet bereits frühere Lockerungsschritte – konkret im März und Juni. Diese Erwartung einer früheren geldpolitischen Lockerung belastet die Pfund-Perspektiven zusätzlich.
Für deutsche Anleger mit Engagements in britischen Assets oder Währungspositionen bedeutet dies erhöhte Wachsamkeit. Die Kombination aus negativer Marktpositionierung, möglichen geldpolitischen Lockerungen und technischen Faktoren könnte dem Pfund Sterling in den kommenden Wochen weiteren Gegenwind bescheren, ungeachtet der positiven fundamentalen Wirtschaftsdaten aus dem Vereinigten Königreich.


