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Broadcom-Aktie steigt trotz Marktdruck dank OpenAI-Chip

Die Vorstellung des gemeinsam entwickelten KI-Chips „Jalapeño" beflügelt die Broadcom-Aktie im vorbörslichen Handel um 1,9 Prozent.

Broadcom-Aktie steigt trotz Marktdruck dank OpenAI-Chip

Die Broadcom-Aktie legte im vorbörslichen Handel um 1,9 Prozent zu – und das trotz eines insgesamt schwachen Marktumfelds. Auslöser war die öffentliche Vorstellung des ersten maßgeschneiderten KI-Chips von OpenAI namens „Jalapeño", der gemeinsam mit Broadcom entwickelt wurde. Der Chip ist speziell für sogenannte KI-Inferenz-Workloads konzipiert – also jene Prozesse, bei denen ein Modell wie ChatGPT Benutzeranfragen in Echtzeit verarbeitet und beantwortet.

OpenAI präsentierte den Chip am Mittwoch. Broadcom-CEO Hock Tan erklärte in einem Interview, dass Jalapeño mit den Blackwell-Prozessoren von Nvidia sowie den Tensor Processing Units (TPUs) von Google konkurrenzfähig sei. Das ist eine bemerkenswerte Aussage, denn sowohl Nvidias Blackwell-Architektur als auch Googles TPUs gelten als Maßstab im KI-Rechenzentrumsbereich.

Unsicherheiten ausgeräumt, Meilenstein bestätigt

Die Ankündigung beseitigt zudem Unsicherheiten, die die Broadcom-Aktie zuletzt belastet hatten. Frühere Berichte über angebliche Finanzierungsschwierigkeiten in der Partnerschaft mit OpenAI hatten Zweifel gesät. Nun wurde offiziell bestätigt, dass der Chip physisch in den Laboren von OpenAI läuft. Das Unternehmen plant, Jalapeño bis zum Jahresende in den produktiven Einsatz zu bringen, wobei bereits Muster mit den KI-Modellen von OpenAI bei den angestrebten Leistungs- und Performance-Werten arbeiten.

Für Broadcom ist dies ein strategisch bedeutsamer Schritt. Meta, Amazon und Google haben sich bereits für die Entwicklung maßgeschneiderter Chips an Broadcom und den Konkurrenten Marvell gewandt. Mit OpenAI gehört nun ein weiterer Hyperscale-Kunde zu diesem Kreis – ein Segment, das als einer der wichtigsten Wachstumstreiber im Halbleitermarkt gilt.

Analysten sehen Broadcom als deutlich unterbewertet

Die Analystengemeinschaft reagierte positiv. Das Investmenthaus Bernstein bekräftigte seine Einstufung „Outperform" für die Broadcom-Aktie (Ticker: AVGO) mit einem Kursziel von 550 US-Dollar. Bernstein bezeichnete sowohl Broadcom als auch Nvidia angesichts des Tempos der Ausgaben für KI-Infrastruktur als deutlich unterbewertet.

Diese optimistische Haltung spiegelt den breiten Konsens an der Wall Street wider: 44 von 48 Analysten bewerten AVGO derzeit mit „Buy". Das Konsenskursziel liegt bei über 520 US-Dollar. Die Aktie notiert aktuell noch deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 495 US-Dollar – was viele Anleger als Einstiegsgelegenheit interpretieren.

Broadcom behauptet sich gegen den Markttrend

Das breitere Marktumfeld war zum Zeitpunkt der Meldung sichtlich ungünstig: Der technologielastige Nasdaq verlor vorbörslich 2,2 Prozent, der S&P 500 gab 1,4 Prozent nach. Die Fähigkeit von Broadcom, sich in diesem Umfeld positiv abzuheben, unterstreicht die unternehmensspezifische Bedeutung der Jalapeño-Ankündigung.

Der strukturelle Hintergrund ist dabei entscheidend: KI-Labore setzen zunehmend auf Eigenentwicklungen bei Chips, um Kosten zu senken und Alternativen zu den teuren GPUs von Nvidia zu schaffen. Dieser Trend rückt Broadcom als Entwicklungspartner für maßgeschneiderte Halbleiterlösungen ins Zentrum der nächsten Phase des globalen KI-Infrastrukturausbaus. Für Anleger ergibt sich damit ein Zusammenspiel aus einem greifbaren Produktmeilenstein, starker Analystenunterstützung und einem Kurs, der noch Aufholpotenzial bietet.

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