Bröckelnde Allianz zwischen Trump und Big Tech
EU-Regulierungen und interne Konflikte setzen die Tech-Milliardäre unter Druck

Die Beziehung zwischen Donald Trump und führenden Tech-Unternehmen in den USA steht vor einer Bewährungsprobe. Während der neuen Präsidentschaft suchten die CEOs von Apple, Meta, X und Google zunächst die Nähe zum Weißen Haus. Ihr Ziel war es, die US-Regierung dazu zu bewegen, gegen die regulatorischen Maßnahmen der EU vorzugehen. Diese Maßnahmen, die unter anderem den Digital Markets Act umfassen, sollen die Marktmacht großer Plattformbetreiber in Europa einschränken. Doch erste Spannungen innerhalb der vermeintlichen Allianz zwischen Trump und den Tech-Milliardären werden sichtbar.
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos äußerte sich Trump kritisch über die EU-Regulierungen. Er bezeichnete sie als feindseligen Akt gegen US-Unternehmen und verglich sie mit einer Steuer, die vor allem Apple und Facebook betreffe. Trotz dieser klaren Positionierung des US-Präsidenten gibt es innerhalb der Tech-Branche Uneinigkeit. So kritisierte Elon Musk Trumps neueste Pläne zur Künstlichen Intelligenz, insbesondere das Projekt "Stargate", als unrealistisch. Diese Meinungsverschiedenheit offenbart, dass die Interessen der Unternehmen nicht immer mit denen der Regierung übereinstimmen.
Gleichzeitig verstärken europäische Behörden ihre Bemühungen, den Einfluss von Big Tech zu regulieren. In Berlin fand ein Treffen zwischen Vertretern der EU, deutscher Behörden und großen Tech-Firmen wie Google, TikTok und Meta statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Wahlen vor gezielter Desinformation schützen lassen. Diese Zusammenarbeit zeigt, dass die EU weiterhin an einer strikten Regulierung der digitalen Märkte festhält und sich nicht von Druck aus Washington oder dem Silicon Valley beirren lässt.
Andreas Schwab, Berichterstatter des Europaparlaments für digitale Märkte, betont, dass keine direkte Allianz zwischen Trump und den Tech-Konzernen existiere. Vielmehr verfolgten die Unternehmen eigene wirtschaftliche Interessen, die nicht zwingend mit denen des Präsidenten übereinstimmen müssten. Während Trump versichert, sich für die Anliegen der Tech-Giganten einzusetzen, bleiben die wirtschaftspolitischen Spannungen bestehen. Mark Zuckerberg äußerte sich beispielsweise zustimmend zu Trumps Forderung, ausländische Regierungen daran zu hindern, US-Unternehmen zu regulieren. Dies zielt insbesondere auf die EU-Gesetzgebung ab.
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Zur AktienanalyseDie EU-Kommission steht vor der Aufgabe, noch ausstehende Verfahren gegen Meta, Apple und Google bis März abzuschließen. Trotz möglicher Versuche aus den USA, die europäischen Regeln zu beeinflussen, bleibt das Ziel der EU unverändert: Große Plattformen müssen sich an die Vorschriften des Digital Markets Act halten. Sollte dies nicht geschehen, drohen den betroffenen Unternehmen erhebliche Strafen. Auch bei der Regulierung von App-Store-Gebühren und Werbemärkten sind noch Entscheidungen zu treffen, um einen fairen Wettbewerb in Europa sicherzustellen.


