Brown-Forman-CEO Lawson Whiting kündigt seinen Ruhestand an
Der Chef des Jack-Daniel's-Herstellers tritt ab, während das Unternehmen eine Absatzflaute und gescheiterte Übernahmegespräche verarbeitet.

Lawson Whiting, der Vorstandsvorsitzende von Brown-Forman, plant seinen Rücktritt. Der Chef des bekannten Jack-Daniel's-Herstellers wird in den Ruhestand treten, sobald ein geeigneter Nachfolger gefunden wurde. Das Unternehmen gab dies am Montag offiziell bekannt.
Whiting leitet das in Louisville, Kentucky, ansässige Unternehmen seit 2019. Sein Abgang fällt in eine schwierige Phase: Brown-Forman kämpft derzeit mit einer anhaltenden Absatzflaute im Spirituosenmarkt und hat zudem erfolglose Übernahmegespräche hinter sich. Der Verwaltungsrat hat angekündigt, eine umfassende Nachfolgesuche einzuleiten, bei der sowohl interne als auch externe Kandidaten berücksichtigt werden.
„Es war das Privileg meines Lebens, Brown-Forman zu leiten", erklärte Whiting am Montag. Das Zitat unterstreicht den geordneten Charakter des Führungswechsels, der offenbar im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt.
Reaktion an der Börse
Die Finanzmärkte reagierten verhalten auf die Nachricht. Die Aktien von Brown-Forman notierten im nachbörslichen Handel rund ein Prozent tiefer. Das Wall Street Journal hatte zuvor bereits über den geplanten Rücktritt berichtet, bevor das Unternehmen die Meldung offiziell bestätigte.
Trotz des Führungswechsels hält Brown-Forman an seiner Finanzprognose für das laufende Geschäftsjahr fest. Das Unternehmen bestätigte seine bisherigen Erwartungen, was Investoren zumindest ein gewisses Maß an Stabilität signalisiert.
Herausforderungen im Spirituosenmarkt
Brown-Forman gehört zu den bekanntesten Spirituosenkonzernen weltweit. Das Unternehmen ist vor allem durch seine Flaggschiffmarke Jack Daniel's Tennessee Whiskey bekannt, die auch in Deutschland zu den meistverkauften Whiskey-Marken zählt. Darüber hinaus umfasst das Portfolio weitere Premium-Spirituosen.
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Zur AktienanalyseDie gesamte Branche steht derzeit unter Druck. Nach einem Boom während der Corona-Pandemie, als viele Verbraucher verstärkt hochwertige Spirituosen kauften, hat sich die Nachfrage spürbar abgekühlt. Dieser Trend trifft nicht nur Brown-Forman, sondern auch andere große Spirituosenhersteller weltweit. Der Rücktritt von Whiting fällt damit in eine Phase, in der das Unternehmen strategisch neu ausgerichtet werden muss.
Die Suche nach einem neuen CEO dürfte für den Verwaltungsrat von Brown-Forman eine der wichtigsten Aufgaben der kommenden Monate sein. Wer das Unternehmen künftig führen wird – ob ein interner Kandidat aus den eigenen Reihen oder eine externe Führungspersönlichkeit – bleibt vorerst offen.


