ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Budweiser: Wie ein Auswanderer ein globales Bierimperium gründete

Die Geschichte von Adolphus Busch zeigt, wie Innovationsgeist, europäisches Wissen und cleveres Marketing eine Weltmarke erschufen.

Budweiser: Wie ein Auswanderer ein globales Bierimperium gründete

Als Adolphus Busch 1864 als Manager in die Brauerei Anheuser & Co. in St. Louis, Missouri, einstieg, schmeckte ihm das Bier schlicht nicht. Sein Schwiegervater Eberhard Anheuser war gelernter Seifenfabrikant – von Brauprozessen verstand er wenig, Busch selbst auch nicht. Das sollte sich bald ändern.

Der 1839 in Kastel am Rhein geborene Auswanderer reiste zurück in seine alte Heimat. Er besuchte Brauereien in Deutschland und Österreich, studierte das Maischen, Kochen und Gären – und stieß schließlich in der böhmischen Stadt Budweis, im heutigen Tschechien, auf ein Pils, das ihn begeisterte.

Von Böhmen in die Welt

Zurück in den USA kreierte Busch ein neues Bier nach diesem Vorbild, taufte es Budweiser und führte es 1876 als Premiumlager ein. Die Korken der Flaschen umwickelte er mit Metallfolie – der „Champagner unter den Bieren" war geboren. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Bereits 1880 verkaufte die inzwischen in Anheuser-Busch umbenannte Brauerei mehr als zwei Millionen Flaschen Budweiser. Der Grundstein für ein Bierimperium war gelegt.

Die Expansion stieß jedoch schnell an ihre Grenzen. Das Bier verdirbt rasch und ließ sich nicht einfach im ganzen Land vertreiben. Busch griff erneut auf europäisches Wissen zurück: Der französische Chemiker Louis Pasteur hatte ein Verfahren entwickelt, um Wein durch leichtes Erhitzen haltbar zu machen – Busch übertrug dieses Prinzip auf sein Bier. Zudem hatte er in der bayerischen Spaten-Brauerei die erste von Carl von Linde entwickelte Kühlmaschine kennengelernt und nutzte diese Technologie, um Kühlwaggons zu bauen. Budweiser konnte fortan in die ganze Welt exportiert werden.

Busch stieg zu einem der reichsten Menschen seiner Zeit auf. Er und seine Frau Lilly besaßen mehrere Anwesen und reisten in einem luxuriösen Zugwaggon – eine Art Vorläufer des heutigen Privatjets. Zur goldenen Hochzeit schenkte der Bierkönig seiner Frau eine mit Diamanten und Perlen besetzte goldene Krone.

Kampf gegen die Prohibition

Anfang des 20. Jahrhunderts bedrohte die aufkommende Prohibitionsbewegung das Imperium. Gruppen wie die Woman's Christian Temperance Union verteufeln Alkohol als Wurzel von Gewalt, Armut und moralischem Verfall. Busch lobbyierte entschieden dagegen und argumentierte, Bier sei – anders als harter Alkohol wie Whiskey – ein gesundes Getränk, das zur Mäßigung beitrage. In einer Zeitungsanzeige berief er sich sogar auf Bismarck, um an amerikanische Grundwerte der persönlichen Freiheit zu erinnern.

Der Bierkönig starb 1913 – sieben Jahre bevor die landesweite Prohibition von 1920 bis 1933 in Kraft trat. Das Unternehmen überstand diese schwierige Phase, indem es „Backzutaten" für die illegale Bierproduktion unter der Marke Budweiser verkaufte und neue Produktlinien wie Kühlaggregate und Speiseeis einführte.

Markenstreit und Weltkonzern

Seit mehr als 100 Jahren streiten Anheuser-Busch und die tschechische Brauerei Budějovický Budvar um die Rechte am Namen Budweiser. In der Europäischen Union konnte sich der tschechische Konkurrent durchsetzen: Das Bier von Anheuser-Busch wird in der EU seither unter dem Namen Bud vertrieben. Heute ist die Brauerei Teil der Anheuser-Busch-InBev-Gruppe – der größten Brauereigruppe der Welt.

Bei der Fußballweltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ist Budweiser offizieller Bierpartner. Groß gemacht hat die Marke ein Mann, der Bier gerne als „Spülwasser" bezeichnete – und selbst lieber Wein trank.

BudweiserAnheuser-BuschAdolphus BuschAb InbevBierimperiumProhibitionMarkengeschichte

Disclaimer