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Bund prüft Verkauf von Uniper

Mögliche Optionen reichen von Komplettverkauf bis Börsengang

Bund prüft Verkauf von Uniper

Die Bundesregierung erwägt derzeit den vollständigen Verkauf ihrer Anteile am verstaatlichten Energiekonzern Uniper. Insidern zufolge werden verschiedene Optionen geprüft, darunter ein Komplettverkauf des 99,12-prozentigen Anteils an einen potenziellen Investor wie den kanadischen Vermögensverwalter Brookfield. Diese Möglichkeit wird neben einem Teilverkauf von etwa 25 Prozent oder einer Börsennotierung, einem sogenannten Re-IPO, in Betracht gezogen. Der vollständige Verkauf könnte den Bund sofort finanziell entlasten, würde jedoch den Verlust der Möglichkeit bedeuten, von möglichen Kurssteigerungen der Uniper-Aktien zu profitieren.

Aktuell wird Uniper mit etwa 18,4 Milliarden Euro bewertet. Obwohl sowohl Uniper als auch Brookfield keine Stellungnahme abgaben, bestätigte das Bundesfinanzministerium, dass verschiedene Verkaufsoptionen geprüft werden. Eine endgültige Entscheidung über den Zeitpunkt und die Form einer möglichen Transaktion sei jedoch noch nicht getroffen worden. Der Bund habe nach eingehenden Analysen den Kapitalmarkt als zentrale Handlungsoption für die Reprivatisierung von Uniper identifiziert, prüfe jedoch auch außerbörsliche Optionen.

Ein Insider teilte mit, dass eine Entscheidung voraussichtlich erst nach dem Sommer getroffen werde. Zunächst müsse der Bundestag ein Gesetz verabschieden, das Uniper die Rückkehr zur Zahlung von Dividenden ermögliche. Obwohl eine Gesetzesinitiative noch vor der Bundestagswahl angestrebt werde, sei eine endgültige Entscheidung in Anbetracht der kurzen Zeit bis zur Wahl eher unwahrscheinlich. Ursprünglich hatte der Bund einen Verkaufsprozess für das Frühjahr geplant, doch mit den anstehenden Neuwahlen hat sich die politische Situation verändert.

Uniper war 2022 im Zuge der Energiekrise und der drastischen Reduzierung der Gaslieferungen durch Gazprom verstaatlicht worden. Der Konzern hatte massive finanzielle Schwierigkeiten, was den Staat zu einem milliardenschweren Stabilisierungspaket veranlasste. Von diesem Paket erhielt Uniper 13,5 Milliarden Euro. Mittlerweile hat sich die Lage jedoch stabilisiert, und der Konzern erwirtschaftet wieder Milliardengewinne. Eine Voraussetzung für die Übernahme durch den Staat war, dass dieser seine Beteiligung bis spätestens 2028 auf maximal 25 Prozent reduziert. Zudem muss Uniper bis Ende 2026 bestimmte Vermögenswerte, wie das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln 4, verkaufen.

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