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Bund sichert sich Tennet-Anteile für 3,3 Milliarden Euro

Strategischer Einstieg beim größten deutschen Stromnetzbetreiber über die KfW-Förderbank abgewickelt

Bund sichert sich Tennet-Anteile für 3,3 Milliarden Euro

Die Bundesregierung übernimmt eine Minderheitsbeteiligung von 25,1 Prozent an Tennet Deutschland für 3,3 Milliarden Euro. Der niederländische Staatskonzern bestätigte am Dienstag den Einstieg des deutschen Staates über die staatliche Förderbank KfW. Mit diesem Schritt sichert sich Berlin strategischen Einfluss auf die kritische Energieinfrastruktur des Landes.

Tennet betreibt in Deutschland rund 14.000 Kilometer Übertragungsleitungen und ist damit der größte von vier Netzbetreibern. Die KfW hält bereits Minderheitsbeteiligungen an TransnetBW und 50Hertz, den beiden anderen großen Übertragungsnetzbetreibern. Durch die Abwicklung über die Förderbank wird der Bundeshaushalt lediglich mit Refinanzierungs- und Verwaltungskosten im niedrigen dreistelligen Millionenbereich belastet.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte die erforderlichen Mittel vor zweieinhalb Wochen freigegeben. Die Entscheidung fiel nach mehreren gescheiterten Anläufen in den Vorjahren, die an Budgetfragen gescheitert waren. Diesmal konnte die Transaktion realisiert werden, nachdem die niederländische Regierung im September bereits 46 Prozent an ein Investorenkonsortium verkauft hatte.

Weitreichende Kontrollrechte gesichert

Die Beteiligung verschafft dem Bund "starke Einflussrechte, insbesondere Vetorechte für den Business Plan und die Besetzung der Geschäftsführung", wie aus Regierungsunterlagen hervorgeht. Die niederländische Tennet Holding behält 28,9 Prozent der Anteile, um weiterhin bei strategischen Entscheidungen mitwirken zu können. Der niederländische Staat zieht sich damit schrittweise aus dem Ausbau des deutschen Stromnetzes zurück.

Die Übernahme unterstreicht die wachsende Bedeutung staatlicher Kontrolle über Energieinfrastruktur in Europa. Während Deutschland den Netzausbau für die Energiewende vorantreibt, sichern sich Regierungen zunehmend direkten Einfluss auf systemrelevante Infrastruktur. Die Finanzierung des massiven Netzausbaus erfordert Investitionen in Milliardenhöhe, die durch die staatliche Beteiligung nun langfristig abgesichert werden sollen.

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