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Bund will Gaskunden ab 2026 finanziell entlasten

Gasspeicherumlage entfällt – Stromsteuersenkung nur für Industrie geplant

Bund will Gaskunden ab 2026 finanziell entlasten

Die Bundesregierung will Gaskunden spürbar entlasten: Ab dem kommenden Jahr sollen weder Privathaushalte noch Unternehmen die sogenannte Gasspeicherumlage zahlen müssen. Die Maßnahme ist Teil eines größeren Entlastungspakets für Energieverbraucher. Hintergrund ist eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes, die das Bundeskabinett beschlossen hat. Künftig soll der Bund die Kosten für die Befüllung der Gasspeicher übernehmen und damit die bisherige Umlage ersetzen, die bislang auf die Endkunden umgelegt wurde.

Nach Angaben von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) summiert sich die Entlastung auf insgesamt rund 3,4 Milliarden Euro. Allein ein Vierpersonenhaushalt könnte dadurch zwischen 30 und 60 Euro jährlich einsparen – abhängig vom individuellen Gasverbrauch. Die Umlage betrug zuletzt 0,289 Cent pro Kilowattstunde. Finanziert wird die Maßnahme aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF), der bis Ende 2025 das entsprechende sogenannte Umlagenkonto ausgleichen soll.

Die Entscheidung ist jedoch nicht unumstritten. Vertreter der Grünen kritisierten, dass damit fossile Energien über staatliche Mittel gefördert würden. Sie sehen darin ein falsches Signal im Hinblick auf den Klimaschutz. Dennoch ist die Abschaffung der Gasspeicherumlage nur ein Teil eines umfassenderen Plans zur Senkung der Energiepreise. Die Bundesregierung plant außerdem, die Netzentgelte zu senken – ein weiterer Kostenfaktor bei Strompreisen.

Zudem wurde beschlossen, die Senkung der Stromsteuer für das produzierende Gewerbe ab 2026 dauerhaft beizubehalten. Eine ursprünglich im Koalitionsvertrag vereinbarte Stromsteuersenkung für alle Verbraucher wird jedoch nicht umgesetzt. Grund seien laut Bundesregierung haushaltspolitische Zwänge. Stattdessen wolle man sich auf Entlastungen für Industrie und Landwirtschaft konzentrieren, um Arbeitsplätze zu sichern.

In der politischen Debatte gibt es dennoch Stimmen, die eine breitere Entlastung fordern. Unionsfraktionsvize Sepp Müller verwies auf mögliche Einsparungen im Bundeshaushalt, um die Stromsteuer auch für private Haushalte zu senken. Auch aus der SPD-Fraktion kamen ähnliche Forderungen. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßte die Abschaffung der Gasspeicherumlage, verwies jedoch darauf, dass nur Gaskunden davon profitierten. Gleichzeitig warnte der Verband vor künftig steigenden Kosten durch andere Preisbestandteile wie CO₂-Abgaben und Netzentgelte.

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