Bundesregierung will bis 2032 ein flächendeckendes Wasserstoffnetz
Geplantes Kernnetz mit einer Länge von 9700 km soll als Rückgrat der Wasserstoffwirtschaft dienen

Deutschland plant bis zum Jahr 2032 ein umfassendes Wasserstoff-Leitungsnetz zu entwickeln, das eine Länge von rund 9700 Kilometern umfassen soll. Dieses sogenannte „Wasserstoff-Kernnetz“ zielt darauf ab, Industrieregionen, Einspeisepunkte an der Küste, Speicher und wasserstoffbetriebene Kraftwerke miteinander zu verknüpfen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) stellte die Pläne am Dienstag vor und betonte, dass dieses Netzwerk eine überdimensionierte Struktur aufweise, die sogar über den für 2030 prognostizierten Bedarf an Wasserstoff hinausgeht.
Der ursprüngliche Entwurf des Kernnetzes sah eine Länge von etwa 12.000 Kilometern vor, wurde aber nach Konsultationen mit potenziellen Abnehmern, der Bundesnetzagentur, Netzbetreibern und dem Wirtschaftsministerium auf die jetzige Länge reduziert. Die Realisierung dieses Vorhabens wird nach Schätzungen der Netzbetreiber Investitionen von nahezu 20 Milliarden Euro erfordern.
Um das Zieljahr 2032 einzuhalten, ist ein zügiger Beginn der Bauarbeiten vorgesehen. Thomas Gößmann, der Vorstandsvorsitzende der Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas (FNB Gas), unterstrich die Bedeutung der neuen Wasserstoffleitungen als lebenswichtige Bestandteile des zukünftigen klimaneutralen Energiesystems. Die Mehrheit des Wasserstoff-Kernnetzes soll aus umgerüsteten Erdgasleitungen bestehen, wobei die Kosten für das Netzwerk durch die Netzentgelte der Nutzer gedeckt werden sollen.
Allerdings stellen die anfänglich hohen Netzentgelte für die ersten Nutzer eine Herausforderung dar, da sie den gesamten Netzaufbau finanzieren müssten. Um zu verhindern, dass diese Kosten den Aufbau des Wasserstoffnetzes behindern, werden die Netzentgelte zunächst gedeckelt. Die Differenz zwischen den anfangs hohen Kosten und den geringeren Einnahmen durch die wenigen Nutzer wird vom Bund als Zwischenfinanzierung getragen. Sobald das Netz mehr Nutzer und damit höhere Einnahmen generiert, soll der entstandene Fehlbetrag bis spätestens 2055 ausgeglichen werden.
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Zur AktienanalyseDas Wasserstoffnetz gilt als Schlüsselelement für den Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft und könnte das sogenannte „Henne-Ei-Problem“ lösen: Die bisher fehlende Infrastruktur hat Anreize für den Ausbau und die Nutzung von Wasserstoff verhindert. Um den Aufbau des Netzes zu beschleunigen, ist ein spezielles Beschleunigungsgesetz geplant, ähnlich wie beim Aufbau der LNG-Infrastruktur. Habeck betonte, dass an diesem Gesetz mit Hochdruck gearbeitet werde, um die ambitionierten Ziele zu erreichen und Deutschland in der Wasserstoffwirtschaft voranzubringen.


