Burberry tauscht Chef nach Verlustwarnung
Schulman bringt Erfahrung und neue Strategien ein

Die traditionsreiche britische Modemarke Burberry hat nach einer Gewinnwarnung ihren Chef ausgetauscht. Der US-Amerikaner Joshua Schulman übernimmt ab sofort die Führung von Jonathan Akeroyd, der das Unternehmen verlässt. Schulman, 52 Jahre alt, war zuvor Vorstandschef bei den US-Modefirmen Michael Kors und Coach. Das Unternehmen kündigte am Montag an, dass es für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres mit einem operativen Verlust rechne, sollte sich der aktuell negative Trend fortsetzen. Gerry Murphy, der Vorsitzende von Burberry, äußerte am Montag in London, dass das Ergebnis für das erste Quartal enttäuschend sei. Der Luxusmarkt erweise sich als schwieriger, als das Unternehmen erwartet habe. Aufgrund der aktuellen Geschäftsentwicklung habe man beschlossen, die Dividendenzahlungen für das Geschäftsjahr 2025 auszusetzen.
In den 13 Wochen bis Ende Juni verzeichnete Burberry einen Umsatzrückgang um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was einem Gesamtumsatz von 458 Millionen Pfund (etwa 540 Millionen Euro) entspricht. Dieser Einbruch betrifft weltweit alle Märkte mit Ausnahme von Japan. Die Aktie von Burberry reagierte im frühen Handel in London mit einem Minus von fast drei Prozent. Jonathan Akeroyd, der Burberry seit zwei Jahren führte, hatte versucht, die britische Herkunft der Modekette stärker zu betonen und das Unternehmen im Luxussegment zu verankern. Diese Strategie wird nun offenbar geändert. Murphy erklärte, dass das Unternehmen entschlossene Maßnahmen ergreife, um das Angebot neu auszurichten. Ziel sei es, den Stammkunden von Burberry vertrauter zu werden und gleichzeitig relevante Neuerungen anzubieten.
Joshua Schulman sei laut Murphy „eine bewährte Führungspersönlichkeit mit einer herausragenden Bilanz beim Aufbau globaler Luxusmarken“. Schulman teile die Ambitionen des Unternehmens, auf Burberrys einzigartigem kreativen Erbe aufzubauen. Diese strategische Neuausrichtung und der Führungswechsel sollen Burberry helfen, den aktuellen Herausforderungen im Luxusmarkt besser zu begegnen und die Marke langfristig zu stärken. Die Anpassungen in der Unternehmensführung und -strategie zeigen, wie flexibel und schnell Burberry auf Marktveränderungen reagieren will, um die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Marke zu erhalten.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseMit Schulmans Erfahrung und Führungsqualitäten erhofft sich Burberry, die Herausforderungen des schwierigen Luxusmarktes zu meistern und gleichzeitig das Vertrauen der Aktionäre und Kunden zurückzugewinnen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die getroffenen Maßnahmen und der neue Führungsstil die erhoffte Wende bringen können.


