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BYD peilt 2026 Auslandsabsatz von 1,5 Millionen Fahrzeugen an

Der chinesische Elektroauto-Riese BYD will seine internationale Expansion massiv beschleunigen und sieht Auslandsmärkte langfristig als halbes Kerngeschäft.

BYD peilt 2026 Auslandsabsatz von 1,5 Millionen Fahrzeugen an

BYD, Chinas führender Elektrofahrzeughersteller, hat intern ein ambitioniertes Exportziel für 2026 kommuniziert: 1,5 Millionen Fahrzeuge sollen außerhalb Chinas abgesetzt werden. Dies berichteten zwei Personen mit direkter Kenntnis eines entsprechenden Telefonats gegenüber Reuters. Perspektivisch könnte der Auslandsanteil am Gesamtgeschäft sogar die Hälfte ausmachen.

Für das laufende Jahr 2025 hatte BYD im Januar ein Exportziel von 1,3 Millionen Einheiten ausgegeben – ein Rückgang gegenüber den bis zu 1,6 Millionen Einheiten, die das Management im November 2024 noch dem US-Analysehaus Citi genannt hatte. Dennoch zeigt die Dynamik klar nach oben: Der Anteil der Auslandsverkäufe am Gesamtabsatz hat sich im vergangenen Jahr auf 22,7 Prozent mehr als verdoppelt. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres stieg dieser Anteil erneut um mehr als das Doppelte auf beeindruckende 50 Prozent.

Der Kurs zur Internationalisierung ist damit unverkennbar. BYD setzt dabei auf Lokalisierung statt reinen Export: Werke in Europa und Indonesien sollen laut einer der Quellen bereits im März oder April 2025 mit der Massenproduktion beginnen. Für deutsche und europäische Verbraucher bedeutet dies, dass BYD-Fahrzeuge künftig direkt auf dem Kontinent gefertigt werden könnten.

Preiskampf belastet Heimatmarkt

Die Internationalisierung kommt für BYD zu einem kritischen Zeitpunkt. Das Unternehmen meldete zuletzt einen stärker als erwartet ausgefallenen Gewinnrückgang für das Geschäftsjahr 2024, da aggressive Preiskämpfe auf dem chinesischen Heimatmarkt die Margen erheblich belasteten. Der verschärfte Wettbewerb und eine schwächere Inlandsnachfrage machen 2025 zum erneuten Kraftakt.

BYD hat nach Angaben der Quellen klar signalisiert, nicht über Preissenkungen konkurrieren zu wollen. Stattdessen setzt das Unternehmen auf Technologie und Innovation durch kontinuierliche Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen. Diese Strategie unterscheidet BYD von vielen Wettbewerbern, die im chinesischen Markt einen ruinösen Preiskampf führen.

Die chinesische Regierung reagiert inzwischen auf die eskalierende Situation: Peking hat Preisrichtlinien vorgelegt, die Verkäufe unter den Herstellungskosten in der gesamten automobilen Lieferkette eindämmen sollen. Für BYD als Marktführer könnte eine Beruhigung des Heimatmarkts die Profitabilität wieder verbessern und gleichzeitig Ressourcen für die globale Expansion freisetzen.

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