BYD übernimmt Kontrolle über Deutschlandvertrieb
Chinesischer Elektroautopionier stärkt Präsenz durch Übernahme des Generalimporteurs Hedin

Der chinesische Elektroautohersteller BYD hat beschlossen, den Vertrieb seiner Fahrzeuge in Deutschland künftig selbst in die Hand zu nehmen. Dies geschieht im Rahmen einer Vereinbarung mit dem bisherigen Generalimporteur Hedin, die am Freitag von beiden Unternehmen bekannt gegeben wurde. Im Zuge dieser Übereinkunft wird BYDs Deutschlandeinheit die Hedin Electric Mobility GmbH übernehmen. Diese Transaktion bedarf noch der Genehmigung durch die Kartellbehörden und soll voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Der Abschluss dieses Deals war bereits am Mittwoch im Handelsblatt berichtet worden.
Hedin war bisher verantwortlich für den Import von BYD-Fahrzeugen und Ersatzteilen nach Deutschland. Teil der Übernahme sind auch zwei Autohäuser in Stuttgart und Frankfurt, die derzeit unter dem Namen Hedin betrieben werden. Im vergangenen Jahr hatte Hedin zudem die deutsche Händlergruppe Torpedo im Rhein-Main-Gebiet erworben und deren Geschäft unter eigenem Namen als BYD-Händler weitergeführt. Während Hedin in Deutschland seine Rolle an BYD abgibt, bleibt das Unternehmen in Schweden weiterhin als Händler und Importeur für die chinesische Marke tätig.
Dieser Schritt wird in Branchenkreisen als Reaktion auf die bisher enttäuschenden Verkaufszahlen von BYD in Deutschland gesehen. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres konnte der Hersteller weniger als 1500 Elektrofahrzeuge in der Bundesrepublik absetzen. Im Vergleich dazu schnitt BYD in kleineren europäischen Märkten wie Österreich oder den Niederlanden deutlich besser ab. In China hingegen hat BYD kürzlich die Führung im Automobilmarkt übernommen und Volkswagen als Marktführer abgelöst.
In Deutschland arbeitet BYD derzeit mit etwa 30 Autohäusern zusammen, die sich den Markt untereinander aufgeteilt haben. Die Europa-Verantwortliche des Unternehmens, Stella Li, plant, dieses Vertriebsnetz weiter auszubauen. Sie betonte in einer offiziellen Mitteilung, dass BYD großen Wert auf starke, lokale Partnerschaften lege und die Zusammenarbeit mit den deutschen Händlern fortsetzen werde. Ziel sei es, den Kundenservice und die Garantieunterstützung in Deutschland weiter zu verbessern.
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Zur AktienanalyseDeutschland spielt als größter Einzelmarkt in Europa eine zentrale Rolle für BYDs internationale Wachstumspläne. Bereits im Februar hatte das Unternehmen 3000 Elektrofahrzeuge mit einem eigenen Autofrachter in Bremerhaven abgeladen. In den kommenden Jahren plant BYD, eigene Produktionsstätten in Europa aufzubauen, um unter anderem die angekündigten Strafzölle der EU auf chinesische Elektroautos zu umgehen.


