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BYD unter Druck durch schwächelnde Verkäufe

Produktionskürzungen, Rabattschlachten und stockende Expansion setzen den E-Auto-Riesen zunehmend unter Stress

BYD unter Druck durch schwächelnde Verkäufe

Der chinesische Elektroauto-Hersteller BYD, bislang als Wachstumsmotor der globalen E-Mobilität gefeiert, steht zunehmend unter Druck. Trotz eines neuen Verkaufsrekords im Juni mit rund 380.000 Fahrzeugen stagnieren die Zahlen im Vergleich zu den Vormonaten. Dabei hatte der Konzern ambitionierte Ziele formuliert und für 2025 ein Absatzplus von fast 30 Prozent auf 5,5 Millionen Fahrzeuge ins Auge gefasst. Diese Marke scheint angesichts der aktuellen Entwicklung immer schwerer erreichbar.

In Reaktion auf die schwächelnde Nachfrage hat BYD nach Berichten von Insidern die Produktion in China gedrosselt. Nachtschichten wurden gestrichen, die Auslastung sank um rund ein Drittel, geplante neue Produktionslinien wurden vorläufig gestoppt. Gleichzeitig geraten die Vertriebspartner unter Druck. Der durchschnittliche Lagerbestand bei BYD-Händlern liegt deutlich über der Norm, in der Provinz Shandong meldete ein größerer Händler gar Insolvenz an. Rund 20 Verkaufsstellen wurden geschlossen.

Um dem Trend entgegenzuwirken, hat BYD Ende Mai die Preise für mehr als 20 Modelle teils drastisch reduziert – um bis zu 34 Prozent. Beobachter werten diesen Schritt als Ausdruck wachsender Unsicherheit. Auch die chinesische Regierung greift inzwischen regulierend ein und kündigte an, den Wettbewerb strenger zu überwachen. Damit gerät nun auch der Marktführer verstärkt ins Visier Pekings.

Trotz eines Nettogewinns von umgerechnet etwa 5,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 melden Zulieferer lange Zahlungsziele. Die Konzernführung sagte auf politischen Druck hin zu, Rechnungen künftig innerhalb von 60 Tagen zu begleichen. Kritiker verweisen jedoch darauf, dass BYD seine Liquidität bislang auf Kosten der Lieferkette gestützt habe.

Um sich unabhängiger vom chinesischen Markt zu machen, setzt BYD verstärkt auf den Export. Für 2025 ist geplant, den Auslandsabsatz auf über 800.000 Fahrzeuge zu verdoppeln. Erste Fortschritte zeigen sich, etwa mit steigenden Zulassungszahlen in Europa. Gleichzeitig gestaltet sich die Expansion schwieriger als erwartet – in Mexiko wurde der geplante Fabrikbau vorerst verschoben, in Europa fehlen Vertriebsstruktur und Markenbekanntheit.

Trotz aller Herausforderungen verfügt BYD über eine hohe vertikale Integration, vom Batteriebau bis zur Karosserie. Diese Eigenständigkeit bringt Effizienz- und Kostenvorteile, die dem Konzern auch weiterhin Wettbewerbsvorteile verschaffen könnten. Dennoch mehren sich Stimmen, die vor den Risiken eines zu schnellen Wachstums warnen. Die kommenden Monate dürften entscheidend dafür sein, ob BYD seine Marktführerschaft behaupten kann.

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