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Cannabis-Industrie schadet sich selbst durch Allianz mit Prohibitionisten

Gastautor Aaron Edelheit warnt: Cannabis-Lobbygruppen bekämpfen Hanf und stärken damit ausgerechnet ihre größten Feinde.

Cannabis-Industrie schadet sich selbst durch Allianz mit Prohibitionisten

Ein ungewöhnlicher Vorwurf erschüttert die US-amerikanische Cannabis-Branche: Regulierte Cannabis-Unternehmen und ihre Lobbygruppen arbeiten aktiv mit Prohibitionisten zusammen, um Hanf-THC-Produkte zu verbieten. So lautet die Kernthese eines Gastbeitrags von Aaron Edelheit, CEO von Mindset Capital, einer privaten Investmentgesellschaft mit Fokus auf Cannabis- und Hanfgetränkehersteller. Seine Kritik richtet sich direkt an jene Teile der Industrie, die Hanf als unfairen Wettbewerber betrachten und deshalb auf ein Verbot drängen.

Der Hintergrund: Einige regulierte Cannabis-Unternehmen sehen in Hanf-THC-Produkten eine Konkurrenz zu ihren stärker regulierten Produkten auf Bundesstaatsebene. Im vergangenen November feierten Teile der Branche, als Senator Mitch McConnell ein Hanfverbot in ein Gesetz zur Regierungsfinanzierung einschleuste. Doch laut Edelheit übersehen diese Akteure die gefährlichen Konsequenzen ihrer Strategie.

Prohibitionisten profitieren von der Spaltung

Das eigentliche Problem, so Edelheit, liegt in der Natur der Prohibitionsbewegung selbst. Diese finanziere sich durch jene, die THC in jeder Form ablehnen. Jeder Sieg gegen THC bringe den Prohibitionisten mehr Spenden, mehr Einfluss und mehr Medienpräsenz. Die Koalition der Prohibitionisten umfasse Politiker und Interessengruppen, die alle Cannabinoide illegal halten wollen – also auch die Produkte der regulierten Cannabis-Unternehmen selbst.

Als konkretes Beispiel nennt Edelheit Massachusetts: Dort steht die erste Bürgerinitiative zur Rückabwicklung eines auf Bundesstaatsebene legalen Marktes bevor – finanziert und gesteuert von Prohibitionisten. Darüber hinaus sollen Werber für eine Bürgerinitiative in Massachusetts Unterzeichner darüber getäuscht haben, was sie eigentlich unterschrieben. Edelheit betont, dass es dabei nicht nur um Politik oder Geschäft gehe: „Menschen werden inhaftiert, ihre Leben werden ruiniert und Familien werden auseinandergerissen – wegen einer Pflanze, die reguliert und nicht verboten werden sollte."

Konflikt mit Präsident Trump als strategischer Fehler

Besonders brisant ist ein weiterer Aspekt der Kritik: Indem sich Teile der Cannabis-Industrie mit den Prohibitionisten verbünden, stellen sie sich laut Edelheit gegen Präsident Donald Trump. Dieser wolle das Hanfverbot aufschieben, um Zeit für eine vernünftige Regulierung zu gewinnen. Berichten zufolge lobbyiere Trump persönlich bei Senatoren, um dem Kongress die nötige Zeit für eine korrekte Umsetzung zu geben.

Für Edelheit ist das eine strategisch kaum zu überbietende Fehlentscheidung: Die Cannabis-Industrie warte auf die Neueinstufung von Cannabis auf Bundesebene, auf Steuererleichterungen und schließlich auf den Zugang zu Bankdienstleistungen – und bekämpfe gleichzeitig aktiv die einzige Person, die alle drei Bereiche kontrolliere. „Ich habe selten eine Kampagne gesehen, die sich so sehr selbst schadet", schreibt Edelheit.

Appell an die Branche: Für Regulierung kämpfen, nicht für Verbote

Edelheits Forderung ist klar: Cannabis-Unternehmen, die Hanf bekämpfen, sollen aufhören, ein Totalverbot zu fordern. Stattdessen solle die Industrie für eine kluge Regulierung eintreten – und nicht Seite an Seite mit jenen kämpfen, die seit Jahrzehnten den Krieg gegen Cannabis führen.

Der Gastbeitrag erschien ursprünglich auf dem US-amerikanischen Fachportal Marijuana Moment und spiegelt die persönliche Meinung des Autors wider. Für deutsche Anleger, die in den wachsenden Cannabis- und Hanfmarkt investieren, verdeutlicht der Beitrag die komplexen politischen Spannungsfelder, die den US-Markt nach wie vor prägen – und wie innerindustrielle Konflikte die Reformbemühungen gefährden können.

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