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Cantor stuft Polestar auf Underweight herab: Auslieferungsziele deutlich gesenkt

Analyst kritisiert schwache Prognose und unklare Strategie des schwedischen Elektroautobauers

Cantor stuft Polestar auf Underweight herab: Auslieferungsziele deutlich gesenkt

Die US-Investmentbank Cantor Fitzgerald hat ihre Einschätzung für die Aktie des schwedisch-chinesischen Elektroautoherstellers Polestar (NASDAQ:PSNY) deutlich verschlechtert. Am Mittwoch stuften die Analysten das Papier von "Neutral" auf "Underweight" herab – eine klare Verkaufsempfehlung. Grund für die negative Bewertung sind mehrere Faktoren, die das Vertrauen in die künftige Entwicklung des Unternehmens belasten.

Analyst Andres Sheppard begründet die Herabstufung mit "niedrigeren Auslieferungserwartungen, zusätzlichem anstehendem Kapitalbedarf, weiteren Auswirkungen von Zöllen, dem jüngsten Anstieg des Aktienkurses sowie einer unklaren Strategie im Bereich Autonomie". Die Kombination dieser Faktoren lasse keine positive Kursentwicklung erwarten.

Drastische Kürzung der Wachstumsziele

Besonders schwer wiegt die deutliche Senkung der Auslieferungsprognose. Polestar erwartet für das Geschäftsjahr 2026 nur noch ein Volumenwachstum im niedrigen zweistelligen Bereich. Ursprünglich hatte das Unternehmen eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Einzelhandelsumsätze von 30 bis 35 Prozent zwischen 2025 und 2027 angepeilt. Die Differenz zwischen alter und neuer Prognose ist erheblich und deutet auf fundamentale Herausforderungen im Geschäftsmodell hin.

Sheppard wertet den revidierten Ausblick als "wesentliche Neuausrichtung" der Unternehmensstrategie. Die neue Prognose führt nach Einschätzung des Analysten zu einer deutlichen Kürzung der Umsatzerwartungen für das Geschäftsjahr 2026. Für Anleger bedeutet dies, dass die bisherigen Wachstumsannahmen nicht mehr haltbar sind.

Mehrfachbelastung durch externe Faktoren

Neben den internen Herausforderungen belasten auch externe Faktoren die Perspektiven des Unternehmens. Die Auswirkungen von Zöllen, insbesondere im Zusammenhang mit den chinesischen Produktionsstandorten, verschärfen die Situation zusätzlich. Gleichzeitig steht Polestar vor der Notwendigkeit, weiteres Kapital aufzunehmen, was die finanzielle Flexibilität einschränkt und bestehende Aktionäre verwässern könnte.

Die unklare Strategie im Bereich autonomes Fahren wirft zusätzliche Fragezeichen auf. In einem Marktumfeld, in dem Wettbewerber wie Tesla, Mercedes-Benz und chinesische Hersteller massiv in Autonomie-Technologien investieren, könnte Polestar den Anschluss verlieren. Für deutsche Anleger, die in den Elektrofahrzeugsektor investieren möchten, erscheinen etabliertere Player mit klareren Strategien derzeit attraktiver.

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