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Carbone-Betreiber profitiert vom Alkoholverzicht junger Konsumenten

Die Major Food Group setzt auf Erlebnisse statt Getränke – und gleicht damit den Rückgang beim Alkoholkonsum erfolgreich aus.

Carbone-Betreiber profitiert vom Alkoholverzicht junger Konsumenten

Der Gastronom hinter dem berühmten New Yorker Restaurant Carbone berichtet von einem deutlichen Wandel im Konsumverhalten: Jüngere Kunden geben weniger für Alkohol aus, investieren dafür jedoch mehr in exklusive kulinarische Erlebnisse. Dieser Trend, der für viele Unternehmen der Getränkebranche ein ernstes Problem darstellt, spielt der Major Food Group offenbar direkt in die Karten.

Die Aktien großer Spirituosen- und Brauereikonzerne stehen seit Jahren unter erheblichem Druck. Constellation Brands, der Hersteller der Biermarke Modelo, verlor im vergangenen Jahr rund 16,8 Prozent seines Börsenwerts. Noch deutlicher traf es Diageo, den Produzenten von Johnnie Walker Whisky: Dessen Aktie brach um 28,9 Prozent ein. Hintergrund ist ein branchenweiter Trend zu moderaterem Alkoholkonsum, der besonders bei jüngeren Konsumenten ausgeprägt ist.

Erlebnis statt Getränk: Das Konzept der Major Food Group

Die Major Food Group, bekannt für Restaurants wie Carbone, Torrisi und Parm, hat ihre Marke gezielt um ein anderes Konzept herum aufgebaut. Carbone selbst beschreibt den Ansatz als „theatralisches, erlebnisorientiertes Fine Dining" – ein Modell, das den Restaurantbesuch eher als Inszenierung denn als bloße Mahlzeit begreift. Im Mittelpunkt steht das Gesamterlebnis, nicht einzelne Speisen oder Getränke.

Laut Carbone helfe genau dieser Fokus dabei, den branchenweiten Rückgang beim Alkoholkonsum auszugleichen. Normalerweise belasten weniger verkaufte Getränke die Margen von Restaurants erheblich, da Alkohol traditionell zu den margenstarken Posten gehört. Doch die Kunden der Major Food Group kompensierten dies durch höhere Gesamtausgaben für unvergessliche Ausflüge – so die Einschätzung des Unternehmens.

Die Strategie scheint aufzugehen: Die Major Food Group expandiert derzeit rasant mit neuen Standorten in internationalen Metropolen wie Mexiko-Stadt, São Paulo und Tokio. Das Unternehmen wächst damit weit über seinen New Yorker Ursprung hinaus und erschließt neue Märkte auf mehreren Kontinenten.

Wachstum durch Konsumgüter und internationale Expansion

Parallel zur geografischen Expansion baut die Major Food Group ihr Geschäft mit Konsumgütern aus. Damit will das Unternehmen Kunden auch außerhalb der Restaurants erreichen – ein wichtiger Schritt, um die Marke über die begrenzte Kapazität der einzelnen Standorte hinaus zu skalieren.

Für deutsche Privatanleger ist dieser Trend besonders relevant: Der Rückgang beim Alkoholkonsum junger Menschen ist kein rein amerikanisches Phänomen. Auch in Europa und Deutschland verzeichnen Brauereien und Spirituosenhersteller eine schwächere Nachfrage bei der jüngeren Generation. Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell frühzeitig auf Erlebnisse und Premiumisierung ausrichten, könnten langfristig besser positioniert sein als klassische Getränkehersteller.

Das Beispiel der Major Food Group zeigt, wie die Gastronomiebranche auf veränderte Konsumgewohnheiten reagieren kann – nicht durch Widerstand gegen den Trend, sondern durch eine clevere Neuausrichtung des Angebots hin zu dem, was jüngere Konsumenten bereit sind, mehr auszugeben: unvergessliche Erlebnisse.

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