Cardinal Health: Kursrückgang nach Quartalszahlen war eine Überreaktion
Nach dem 4,9%-Abverkauf sehen Analysten und Jim Cramers Team eine klare Kaufgelegenheit bei der Gesundheitsaktie.

Der Kursrückgang von Cardinal Health um 4,9% nach den Quartalsergebnissen am Donnerstag war nach Einschätzung von Jim Cramers Investing-Club-Team eine deutliche Überreaktion des Marktes. Das Team erklärte, es würde am Freitagmorgen Aktien zukaufen – wäre es nicht durch interne Handelsregeln daran gehindert. Da Jim Cramer Cardinal Health am Donnerstag im CNBC-Fernsehen erwähnte, gilt eine 72-Stunden-Sperrfrist für Transaktionen.
Das Team hatte seine Position in Cardinal Health Anfang März aufgebaut. Wesentliche Bestandteile der Investmentthese waren damals das zweistellige Wachstum des Gewinns pro Aktie sowie die strategische Positionierung gegenüber dem langfristigen Rückenwind einer alternden US-Bevölkerung. Hinzu kommt die Expansion des Unternehmens in margenstärkere Wachstumsbereiche wie den Vertrieb von Spezialpharmazeutika, die häusliche Pflege und das sogenannte Nicht-Vertriebsgeschäft.
Goodwill-Abschreibung sorgte für Unruhe
Der Quartalsbericht zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 war nicht makellos. Neben hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Umsatzzahlen sorgte vor allem eine Firmenwertabschreibung (Goodwill Impairment) in Höhe von 184 Millionen US-Dollar für Verunsicherung. Diese betrifft die Berichtseinheiten Navista und ION, die zum MSO-Geschäft – dem Betrieb von Backoffice-Diensten für Arztpraxen – gehören. Jim Cramer kritisierte, dass das Management diese Abschreibung im Vorfeld nicht besser kommuniziert hatte.
CEO Jason Hollar stellte in der anschließenden Analystenkonferenz jedoch klar, dass die Abschreibung die Strategie für diesen Geschäftsbereich nicht verändere. Zudem bekräftigte Hollar, dass Cardinal Health zuversichtlich sei, den bereinigten Gewinn im Geschäftsjahr 2027 innerhalb der langfristigen Zielspanne von 12% bis 14% steigern zu können. Diese Aussage stärkt das Vertrauen in die Gewinnschätzungen für das Unternehmen.
Bewertung deutlich attraktiver als noch im März
Auf Bewertungsebene hat sich die Aktie merklich verbilligt. Laut FactSet wird Cardinal Health derzeit mit etwa dem 16,5-Fachen der Gewinnschätzungen für die nächsten zwölf Monate gehandelt. Anfang März, als das Team die Position aufbaute, lag dieses Kurs-Gewinn-Verhältnis noch bei rund dem 20-Fachen – die Aktie ist also deutlich günstiger geworden.
Auch mehrere Wall-Street-Analysten teilen die Einschätzung, dass der Markt überreagiert hat. Jefferies bezeichnete die Investmentthese für Cardinal als „unverändert" und räumte lediglich ein, dass die Erwartungen vor dem Bericht hoch gewesen seien. Noch deutlicher äußerten sich die Analysten von Leerink Partners: „Wir verteidigen die CAH-Aktien, da wir keinen triftigen Grund sehen, warum die Aktie nach den Zahlen nachgeben sollte, abgesehen von einer massiven Rotationsbewegung, die wir als ungerechtfertigt erachten." Das Momentum bleibe robust, so die Analysten weiter.
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Zur AktienanalyseKaufgelegenheit in schwachem Marktumfeld
Gesundheitsaktien sind im aktuellen Marktumfeld generell wenig gefragt. Das Investing-Club-Team sieht darin jedoch eine opportunistische Einstiegsmöglichkeit. Die Einschätzung lautet: Cardinal Health sei ein „gutes Haus in einer schlechten Nachbarschaft" – und wenn die Nachbarschaft wieder an Gunst gewinne, würden die guten Häuser tendenziell zuerst gekauft.
Der Rücksetzer vom Donnerstag, kombiniert mit den Kursverlusten der vergangenen Wochen, wird damit als attraktive Kaufgelegenheit für langfristig orientierte Anleger gewertet. Jim Cramers Charitable Trust hält eine Long-Position in Cardinal Health (CAH).


