CBS News: Neue Chefin Weiss kämpft gegen Quotenrückgang
Bari Weiss, die neue Leiterin von CBS News, steht vor einer enormen Herausforderung: Sie soll den Sender politisch neu ausrichten und gleichzeitig die schwindenden Zuschauerzahlen stabilisieren. Die ehemalige Journalistin ohne TV-Erfahrung gerät dabei zun

Die US-Medienlandschaft erlebt einen ungewöhnlichen Führungswechsel: Bari Weiss, die im Oktober 2024 zur Leiterin von CBS News ernannt wurde, soll den traditionsreichen Nachrichtensender grundlegend umkrempeln. Der Auftrag kommt vom neuen Eigentümer Paramount Skydance, dessen Chef David Ellison zuvor 150 Millionen Dollar für Weiss' Online-Publikation "The Free Press" bezahlt hatte.
Politischer Neustart unter schwierigen Bedingungen
Weiss' Mission ist beispiellos: Sie soll CBS News in Echtzeit politisch neu positionieren und dabei neue Zuschauer gewinnen – etwas, das noch keiner modernen Nachrichtenorganisation gelungen ist. Die Herausforderung wird durch den Druck von Präsident Donald Trump verschärft, der aggressive Taktiken gegen Medien verfolgt, die er als unfair empfindet. David Ellisons Vater, Milliardär Larry Ellison, gilt als Trump-Verbündeter.
Bei der behördlichen Genehmigung der Paramount-Übernahme im August hatte David Ellison versprochen, dass CBS die "unterschiedlichen ideologischen Perspektiven" der amerikanischen Zuschauer widerspiegeln werde. Im Dezember griff Trump die neuen CBS-Eigentümer wegen eines "60 Minutes"-Interviews mit der republikanischen Abgeordneten Marjorie Taylor Greene an – am selben Tag, an dem Paramount Skydance ein feindliches Übernahmeangebot über 108 Milliarden Dollar für Warner Bros. Discovery, den CNN-Eigentümer, startete.
Strukturelle Probleme und sinkende Quoten
Die Ausgangslage für Weiss könnte kaum schwieriger sein. "CBS Evening News", die wichtigste Nachrichtensendung des Senders, landete im vergangenen Jahr auf dem letzten Platz hinter den Konkurrenten ABC und NBC. Das klassische Fernsehen verliert seit Jahren Zuschauer an soziale Medien und Podcasts.
Analysten bezeichneten die Personalie Weiss als ungewöhnliche Wahl, da die ehemalige Kolumnistin der New York Times und des Wall Street Journal noch nie eine Fernsehnachrichtenredaktion geleitet hatte. Ihre bisherige Amtsführung war von Turbulenzen geprägt: Der stellvertretende Produzent der Abendsendung, Javier Guzman, wurde entlassen.
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Zur AktienanalyseBesonders umstritten war Weiss' Entscheidung, die Ausstrahlung eines "60 Minutes"-Segments über ein Gefängnis in El Salvador zu verzögern. Sie begründete dies mit der Notwendigkeit weiterer Recherchen. Die Korrespondentin Sharyn Alfonsi verteidigte das Segment in einer E-Mail an Kollegen als sachlich korrekt und bezeichnete Weiss' Entscheidung als "politisch motiviert".
Den vorläufigen Tiefpunkt markierte die Golden-Globes-Verleihung am 11. Januar, bei der Moderatorin Nikki Glaser die CBS-Nachrichtenabteilung zur Zielscheibe ihres Spotts machte – ausgerechnet im Beisein von David Ellison. Die Episode verdeutlicht, wie schwer es für Weiss wird, das Vertrauen in den Sender wiederherzustellen und gleichzeitig den wirtschaftlichen Turnaround zu schaffen.


