Celonis und Deepset: Europas KI-Kooperation als Antwort auf Palantir
Zwei europäische KI-Unternehmen schmieden eine strategische Partnerschaft – und fordern damit den US-Datengiganten Palantir heraus.

Auf der Digitalkonferenz TECH Anfang Juni im baden-württembergischen Heilbronn spielte sich eine unscheinbare, aber möglicherweise wegweisende Szene ab. Inmitten des Trubels im großen Eventzelt verabschiedeten sich zwei IT-Manager aus einer lockeren Gesprächsrunde – mit dem Hinweis, noch etwas Wichtiges besprechen zu müssen.
Milos Rusic und Oliver Zeller zogen sich in eine ruhigere Ecke zurück. Was wie ein alltäglicher Moment auf einer Branchenveranstaltung wirkte, könnte der Beginn einer bedeutenden europäischen KI-Kooperation gewesen sein – zwischen den Unternehmen Celonis und Deepset.
Europas Antwort auf einen US-Giganten
Der Vergleich mit Palantir ist dabei kein Zufall. Der US-amerikanische Datenanalysespezialist gilt als einer der mächtigsten Akteure im Bereich künstliche Intelligenz für Unternehmen und Behörden – und ist an der Börse mit einer enormen Bewertung ausgestattet. Europäische Tech-Unternehmen suchen seit Jahren nach einer glaubwürdigen Alternative, die Datensouveränität und technologische Stärke vereint.
Celonis ist bekannt als führender Anbieter im Bereich Process Mining – also der datengetriebenen Analyse und Optimierung von Geschäftsprozessen. Deepset wiederum hat sich auf den Einsatz von Large Language Models (LLMs) und KI-gestützter Suche in Unternehmensumgebungen spezialisiert. Beide Unternehmen stammen aus dem deutschsprachigen Raum und gelten als Aushängeschilder der europäischen Tech-Szene.
Eine Kooperation dieser beiden Kräfte würde eine bemerkenswerte Kombination ergeben: Prozessintelligenz trifft auf sprachbasierte KI. Für Unternehmen könnte das bedeuten, nicht nur zu verstehen, wie ihre Abläufe funktionieren, sondern diese auch durch natürlichsprachliche Schnittstellen steuern und optimieren zu können.
Relevanz für Anleger und den europäischen Tech-Markt
Für Privatanleger, die den KI-Sektor im Blick haben, ist diese Entwicklung aus mehreren Gründen interessant. Zum einen zeigt sie, dass Europa zunehmend in der Lage ist, eigenständige KI-Ökosysteme aufzubauen – abseits der dominierenden US-amerikanischen Plattformen wie Microsoft, Google oder eben Palantir.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseZum anderen verdeutlicht die Begegnung in Heilbronn, wie eng vernetzt die europäische Tech-Szene inzwischen ist und wie informelle Kontakte auf Konferenzen zu handfesten Geschäftsbeziehungen führen können. Gerade im KI-Bereich, wo Kooperationen und Ökosysteme entscheidend sind, kann ein solches Gespräch strategische Weichen stellen.
Celonis wurde zuletzt mit mehreren Milliarden Dollar bewertet und zählt zu den wertvollsten europäischen Software-Startups. Deepset hat sich mit seiner Open-Source-Plattform Haystack international einen Namen gemacht. Beide Unternehmen sind (noch) nicht börsennotiert – doch genau solche Kooperationen können den Weg zu einem möglichen Börsengang ebnen und die Bewertungen weiter treiben.
Die Frage, ob Europa einen eigenen Palantir hervorbringen kann, bleibt offen. Doch Begegnungen wie jene in Heilbronn zeigen: Der Wille und das Potenzial dazu sind vorhanden.


