Centrica favorisiert beim Kauf von LNG-Terminal
Gespräche mit National Grid laufen über Milliarden-Deal, LNG bleibt für Europa unverzichtbar

Der Energiekonzern Centrica, Eigentümer von British Gas, gilt als aussichtsreichster Kandidat für den Erwerb des Isle of Grain LNG-Terminals von National Grid. Nach Informationen der Financial Times wird der mögliche Kaufpreis auf rund 1,5 Milliarden Pfund, umgerechnet etwa 2,03 Milliarden Dollar, beziffert. Centrica führt die Gespräche gemeinsam mit dem Finanzinvestor Energy Capital Partners. Während Centrica zu den Medienberichten keine Stellung nehmen wollte, reagierten National Grid und Energy Capital Partners zunächst nicht auf Anfragen.
National Grid hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, den Verkauf der Anlage anzustreben. Mit dem Schritt verfolgt der Netzbetreiber das Ziel, sein Geschäft zu straffen und die eigene Struktur zu verschlanken. Das Isle of Grain Terminal ist die größte Anlage ihrer Art in Europa und spielt eine zentrale Rolle für die britische Energieversorgung. Nach Angaben der Financial Times könnte eine Vereinbarung zeitnah abgeschlossen werden.
Centrica hatte im Juli eine weitere bedeutende Investition bekanntgegeben. Das Unternehmen sicherte sich eine 15-prozentige Beteiligung am Bau des britischen Atomkraftwerks Sizewell C. Gleichzeitig meldete der Konzern für das erste Halbjahr einen Rückgang des Gewinns. Die möglichen Zukäufe unterstreichen die strategische Ausrichtung des Unternehmens auf eine breitere Energieversorgung, die verschiedene Technologien und Infrastrukturen einschließt.
Zu den Interessenten am LNG-Terminal hatte zunächst auch CK Infrastructure Holdings aus Hongkong gezählt. Laut früheren Medienberichten hat sich der Konzern inzwischen jedoch aus dem Bieterverfahren zurückgezogen. Damit bleiben Centrica und Energy Capital Partners als führende Anwärter auf die Übernahme.
Flüssigerdgas ist für die europäischen Märkte seit Beginn des Kriegs in der Ukraine von zentraler Bedeutung. Die Sanktionen gegen Russland sowie die Drosselung russischer Gaslieferungen haben die Energieversorgung in Europa grundlegend verändert. LNG gilt seither als wichtiger Ersatz, um die Abhängigkeit von russischem Pipelinegas zu verringern. Diese Entwicklung hat jedoch auch zu steigenden Preisen geführt, die insbesondere Verbraucher in Großbritannien belasten.
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Zur AktienanalyseParallel zu den Entwicklungen rund um das LNG-Terminal meldete der dänische Windkraftentwickler Orsted, dass er eine Kapitalerhöhung im Volumen von 9,4 Milliarden Dollar plant. Hintergrund ist eine schwierige Marktlage im US-amerikanischen Offshore-Windsektor, die das Unternehmen zu dem Schritt veranlasste.

