CEOs schweigen zu Trumps Klima-Rückzug – Die Wende der Konzernchefs
Als Donald Trump 2017 erstmals aus dem Pariser Klimaabkommen austrat, protestierten Top-Manager lautstark. Heute herrscht betretenes Schweigen – trotz noch drastischerer Maßnahmen.

Die Reaktion der Wirtschaftswelt auf Donald Trumps erneuten Klima-Rückzug könnte kaum anders ausfallen als 2017. Während damals Konzernchefs wie Lloyd Blankfein (Goldman Sachs), Mark Zuckerberg (Facebook) und Tim Cook (Apple) öffentlich protestierten, schweigen die gleichen Unternehmen heute – obwohl Trump noch weiter geht als beim ersten Mal.
Drastischere Maßnahmen als 2017
Trump kündigte nicht nur den erneuten Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen an. Zusätzlich zog er die USA aus dem 34 Jahre alten Vorgängervertrag und dem UN-Klimarat IPCC zurück, der die wichtigsten wissenschaftlichen Klimabewertungen erstellt. Keine Nation hat jemals solche Schritte unternommen – schon gar nicht die weltgrößte Volkswirtschaft.
Von Protest zu Schweigen
Die Kehrtwende der Unternehmensführer ist bemerkenswert. 2017 nannte Blankfein den Rückzug "einen Rückschlag für die Umwelt und die US-Führungsrolle". Zuckerberg warnte, der Schritt gefährde "die Zukunft unserer Kinder". Elon Musk und Bob Iger traten demonstrativ aus Trumps Wirtschaftsbeiräten aus.
Auf Anfragen zu den aktuellen Maßnahmen reagierte bis Redaktionsschluss keines der damals kritischen Unternehmen. Auch andere US-Konzerne und internationale Firmen vermieden öffentliche Stellungnahmen.
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Zur AktienanalyseRoy Bedlow, Gründer der Londoner Investmentfirma Low Carbon, gehört zu den wenigen, die sich äußerten. Die US-Stimme in internationalen Klima-Institutionen werde fehlen, räumte er ein. Gleichzeitig betonte er: "Die Nutzung grüner Energie wird zunehmend durch die Marktnachfrage und nicht durch die Politik angetrieben – dieser Trend wird sich wahrscheinlich nicht ändern."
Die Zurückhaltung der Konzernchefs zeigt die veränderte Machtdynamik zwischen Politik und Wirtschaft. Was vor neun Jahren noch als moralische Pflicht galt, wird heute dem Kalkül geopfert – trotz verschärfter Klimakrise und drastischerer politischer Maßnahmen.


