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Cerebras-Aktie bricht ein: Gemischte Quartalszahlen erschüttern KI-Wachstumsstory

Trotz boomender Cloud-Umsätze verfehlt Cerebras Systems wichtige Prognosen – die Aktie verliert über 9 Prozent.

Cerebras-Aktie bricht ein: Gemischte Quartalszahlen erschüttern KI-Wachstumsstory

Die Aktien von Cerebras Systems sind am Donnerstag im frühen Handel um mehr als 9% eingebrochen. Auslöser war ein gemischter Quartalsbericht, der trotz stark steigender Cloud-Umsätze zentrale Analystenschätzungen verfehlte. Der Kursrutsch nährt Zweifel daran, ob das Unternehmen seinen Anspruch als ernsthafter Herausforderer von Nvidia aufrechterhalten kann.

Cerebras hatte sich mit seinem Fokus auf KI-Chips als einer der spannendsten Neueinsteiger an der Börse positioniert. Seit dem Börsengang zu einem IPO-Preis von 185 US-Dollar hatte die Aktie bis zuletzt um 41% zugelegt – ein Kursanstieg, der maßgeblich durch die Erwartungen an das KI-Chip-Geschäft getragen wurde. Nun stellt der zweite Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen genau diese Wachstumsstory auf die Probe.

Verschiebung vom Chip- zum Cloud-Geschäft

Das Cloud-Geschäft des in Sunnyvale, Kalifornien, ansässigen Unternehmens vervierfachte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal nahezu auf 126 Millionen US-Dollar. Dieser Anstieg klingt beeindruckend, doch er geht mit einer strukturellen Verschiebung einher: Cerebras generiert seinen Umsatz zunehmend aus Cloud-Computing-Diensten statt aus dem direkten Verkauf seiner KI-Chips.

Die Hardware-Verkäufe, einschließlich der begehrten KI-Chips, gingen im selben Zeitraum von 70,3 Millionen US-Dollar im Vorjahr auf 54,1 Millionen US-Dollar zurück. Dieser Rückgang ist bedeutsam, denn das Chip-Geschäft war bislang das Kernargument für die Positionierung von Cerebras als Nvidia-Konkurrent. Eine sinkende Hardware-Nachfrage wirft Fragen über die tatsächliche Marktdurchdringung der eigenen Chip-Technologie auf.

Hinzu kommt eine Verschlechterung der Profitabilität: Die bereinigte Bruttomarge fiel im zweiten Quartal von 46,5% im Vorquartal auf 40,6%. Trotz einer angehobenen Jahresprognose blieb der Gesamtumsatz hinter den Erwartungen der Analysten zurück – ein doppeltes Signal, das die Märkte negativ aufnahmen.

Analysten mahnen zur Vorsicht, sehen aber Potenzial

Die Analysten von Morgan Stanley benennen das zentrale Problem klar: „Die operative Umsetzung bleibt angesichts des Umfangs und der Geschwindigkeit des Kapazitätsaufbaus, der für die Hochlaufphase erforderlich ist, das zentrale Diskussionsthema." Die Botschaft dahinter: Cerebras wächst schnell, aber die Frage ist, ob das Unternehmen mit diesem Wachstum operativ Schritt halten kann.

Citi und Mizuho reagierten mit leichten Senkungen ihrer Kursziele. Dennoch impliziert das mittlere Kursziel gemäß den von LSEG zusammengestellten Schätzungen noch immer ein Aufwärtspotenzial von 15% gegenüber dem vorherigen Schlusskurs. Die Analysten sehen also trotz der Enttäuschung noch Spielraum nach oben – sofern die operative Umsetzung gelingt.

Auch Cisco unter Druck – KI-Erwartungen zu hoch?

Unabhängig von Cerebras gerieten am selben Tag auch die Aktien von Cisco Systems unter Druck und verloren rund 8%. Der Netzwerkausrüster hatte mit seinem Ausblick die hohen Erwartungen nicht erfüllt, die Anleger mit seiner Rolle als Profiteur des KI-Rechenzentrumsausbaus verbinden. Dabei hat die Cisco-Aktie in diesem Jahr bereits mehr als 60% an Wert gewonnen – ein Niveau, das wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt.

Cisco erwartet im Geschäftsjahr 2027 einen Umsatz von 7,5 Milliarden US-Dollar aus Aufträgen für KI-Infrastruktur von sogenannten Hyperscalern – also den großen Cloud-Anbietern wie Amazon, Microsoft und Google. Diese Zahl unterstreicht das enorme Potenzial des KI-Infrastrukturmarkts, macht aber auch deutlich, wie weit der Weg bis zur vollständigen Realisierung noch ist.

Der breitere Kontext ist dabei entscheidend: Die Ausgaben der großen Tech-Konzerne für KI-Infrastruktur werden in diesem Jahr voraussichtlich die Marke von 740 Milliarden US-Dollar überschreiten. Dieses gigantische Investitionsvolumen hat die Erwartungen an KI-nahe Unternehmen wie Cerebras und Cisco in schwindelerregende Höhen getrieben. Die jüngsten Kursrückgänge zeigen, dass der Markt nun genauer hinschaut, wer von diesem Boom tatsächlich profitiert – und wer die Erwartungen nur bedingt erfüllen kann.

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